Pretzien (dw) l Hohe Auszeichnung für das Pretziener Wehr: Das technische Denkmal wird im Jahr 2015 ein "Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst" Deutschlands. Dies hat der für die Auswahl verantwortliche Förderverein der Bundesingenieurkammer beschlossen, der auch die Auszeichnung vornehmen wird. Ein genauer Termin dafür wird rechtzeitig bekannt gegeben. Mit der Auszeichnung ist die feierliche Enthüllung einer Ehrentafel am Bauwerk verbunden. Begleitend zur Verleihung des Titels erscheint eine Publikation im Rahmen der Schriftenreihe zu den Historischen Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst. Neben dem Wehr wird 2015 auch der Förderturm im saarländischen Camphausen geehrt, in diesem Jahr ist es Anfang Juli das Neue Museum in Berlin gewesen, es folgt noch die Sauschwänzlebahn im Schwarzwald.

Die Stadtverwaltung von Schönebeck berichtet aktuell über diese Ehrung. "Damit wird die ingenieurtechnische Leistung dieses Meisterwerks des Hochwasserschutzes an der Elbe auf nationaler Ebene gewürdigt werden", sagt Stadtsprecher Hans-Peter Wannewitz und beruft sich auf Fördervereinsangaben. Denn angesichts der Fülle technischer Denkmale in Deutschland erfahre das Wehr, das vom Landesamt für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalts betrieben wird, mit dieser Würdigung eine besondere überregionale Aufmerksamkeit.

In Schönebeck ist man froh über die angedachte Reputation. Hans-Peter Wannewitz: "Nach der Goldmedaille auf der Pariser Weltausstellung 1889 ist dies nun schon die zweite große Ehrung für das bewundernswerte Bauwerk." Im Jahr 1869 gab es einen Beschluss der Preußischen Regierung zum Bau des Elbe-Umflutkanals und des Pretziener Wehres. Vorwiegend italienische Bauleute und französische Kriegsgefangene errichteten die Anlage dann in den Jahren 1871 bis 75. Werden im Hochwasserfall die Tafeln des Wehres gezogen, läuft ein Drittel der Elbe durch den Umflutkanal an Schönebeck und Magdeburg vorbei.