Eigentlich wollte Dana Lindner nur ein paar Monate Auslandserfahrung als Hotelfachfrau sammeln. Aus den paar Monaten wurden jedoch knapp zehn Jahre. Ihre Heimat hat die Schönebeckerin nie vergessen.

Schönebeck l Sie ist wieder da. Heimischer Boden oder besser Berg. Dana Lindner hat das Restaurant "Bismarckhöhe" auf dem Bierer Berg gepachtet. Die gebürtige Schönebeckerin ist nach reichlich Auslandserfahrung zurückgekehrt.

Mit im Gepäck auf ihrer Heimreise waren zwei ganz besondere Souvenirs: Ehemann Brian Cowhey, den sie im irischen Limmerick bei ihrer Arbeit kennen und lieben lernte und ihren gemeinsamen Sohn. "Ich war in einem Hotel Restaurantleiterin und Brian war der Küchenchef", berichtet sie.

"Letztlich war es wohl einfach Gruppenzwang."

Für sie war immer klar, dass sie irgendwann auf jeden Fall wieder in ihre alte Heimat zurückkehren würde. Beinahe jeden Tag informierte sie sich darüber, was in Schönebeck und Umgebung passiert. Nur der Zeitpunkt zögerte sich weiter heraus, als Dana Lindner es je erwartet hatte. "Nach meiner Ausbildung besuchte ich einen Kurs, der sich mit der Arbeit im Ausland beschäftigte", erklärt sie. In der Hotelbranche sei es heutzutage sehr wichtig, auch im Ausland gearbeitet zu haben. Eigentlich wollte Dana Lindner ein paar Monate Erfahrungen sammeln und dann zurück kommen. "Ich kam sehr schnell gut zurecht mit Land und Leuten und im Beruf ergaben sich nach kürzester Zeit Aufstiegschancen, die ich warnehmen musste", berichtet sie.

Warum sie vor zehn Jahren ausgerechnet nach Irland gegangen ist, kann Dana Lindner ganz einfach begründen: "Meine Kollegen aus dem Kurs gingen alle nach Irland. Letztlich war es wohl einfach Gruppenzwang." Dieser Gruppenzwang stellte sich als glückliche Fügung des Schicksals heraus, denn im Hotel lernte sie den Iren Brian Cowhey kennen. "Wir verstanden uns von Anfang an gut, und irgendwann wurde mehr daraus", erinnert sich Dana Lindner.

Gewöhnungsbedürftig sei nur die irische Küche gewesen, aber auch die typischen Gerichte wie "Irish Stew" wurden irgendwann zur Normalität. "In der irischen Küche gibt es neben Pfeffer und Salz nicht viele Gewürze. Das rührt daher, dass das irische Volk in seiner Geschichte immer ein armes Volk war", erklärt Dana Lindner.

Bald krönte das Paar ihre Beziehung mit einem Sohn. "Von da an sagten wir uns, dass wir noch ein bis zwei Jahre warten und dann nach Deutschland gehen." Ihre Fühler streckte Dana Lindner schon aus, um ein geeignetes Objekt für einen eigenen Gastronomiebetrieb zu finden. Das war gar nicht so einfach, denn sie wollte auf gar keinen Fall bei Null anfangen. "Gewisse Voraussetzungen mussten schon da sein, damit wir direkt anfangen konnten", erklärt sie ihren Ansatz.

Mit dem Restaurant auf dem Bierer Berg haben die beiden ihren Traum wahr gemacht. Ein halbes Jahr stand das Objekt leer. Nun brodelt, brät und kocht es wieder in der Küche. Brian Cowhey, der momentan noch sehr darum bemüht ist, die deutsche Sprache zu lernen, fühlt sich wohl in seiner neuen Heimat. "There are very nice people in this region", erzählt er mit seinem typisch irischen Akzent. Übersetzt heißt das sinngemäß: Er mag die Menschen und die Mentalität hier in Schönebeck sehr. Ein Stück seiner eigentlichen Heimat hat er jedoch mitgebracht. Wie es sich für einen leidenschaftlichen Koch gehört, sind das Rezepte (Beispiel: siehe Infokasten). Mit deutschen, aber eben auch irischen Gerichten sollen die Gäste der beiden künftig verwöhnt werden.

Für Dana Lindner hat sich die Rückkehr schon jetzt gelohnt. "Ich war sehr geduldig und habe auf den richtigen Zeitpunkt gewartet. Das hat sich ausgezahlt."