Umfangreiche Sanierungsarbeiten am Gradierwerk. Derzeit wird die Turmspitze des 1765 vollendeten Wahrzeichens erneuert. Arbeiten sind auch an den Hauptstreben, dem Soleschiff und dem Durchgang geplant

Bad Salzelmen l Auch wenn es in den letzten Tagen heftige Gewitter gab, der Blitz hat nicht eingeschlagen im Gradierwerk. Trotzdem wird gebaut. Und das hat auch mit den Naturgewalten zu tun. Denn Wind und Wetter haben dem historischen Bauwerk in einigen Bereichen zugesetzt, so dass jetzt verschlissene Teile erneuert werden müssen. "Die Arbeiten sind alle planmäßig", sagt Solepark-Leiterin Sibylle Schulz. Jährlich gebe es eine große Begutachtung mit Holzexperten, dazu kommen die turnusmäßigen Prüfungen durch die technischen Mitarbeiter des Soleparks. "Hier geht es um die Sicherstellung des laufenden Betriebs, aber auch um die Besichtigung von Schäden, die wir natürlich beseitigen, um das Gradierwerk für die Allgemeinheit zu erhalten", sagt Sibylle Schulz. In diesem Jahr sind umfangreiche Instandsetzungsmaßnahmen angesetzt, für die laut Solepark-Leitung mehrere tausend Euro aufgewendet werden. Weil alle Holzteile der riesigen Anlage zur Freiluftinhalation unbehandelt bleiben müssen, sei der Sanierungsaufwand auch immer sehr hoch.

Die Arbeiten haben gegenwärtig drei Schwerpunktbereiche. Zunächst wird die Turmspitze erneuert. Die Haube ist abgenommen, so dass Mitarbeiter einer Schönebecker Spezialfirma - nach Ausschreibung - das oberste Geschoss der Spitze sanieren können. Hier werden verschlissene Holzteile und Fenster ersetzt. "Am gesamten Gradierwerk werden die Teile, die mit der Sole in Berührung kommen, konserviert", erklärt der Technische Leiter des Soleparks Frank Otto. Der Turm dagegen ist der Witterung ausgesetzt. Deshalb habe es hier auch einen großen Erneuerungsbedarf gegeben. "Zuletzt wurde in den 1990er-Jahren etwas gemacht", sagt Frank Otto. So habe sich die Holzverkleidung gelöst, darunter sind Balken im Fach- und Tragwerk einfach durch. Die Zimmerleute Marcel Zelga und Marian Zelga, die sich um den Turm kümmern, wenden historische Handwerkstechniken an. Ihre Firma arbeitet viel an Kirchen und hat Erfahrung mit alten Bauwerken. Frank Otto: "Darauf haben wir als Auftraggeber auch großen Wert gelegt." Nach zwei Wochen sollen die Arbeiten am Turm abgeschlossen sein. Doch das ist vor allem abhängig davon, welche Schadstellen im Gebälk noch gefunden werden.

Die Holzbau-Firma wird dannach auch Arbeiten am Soleschiff, an der Solequellseite des Gradierwerks, sowie an Geländern vornehmen.

Der dritte Bereich der Sanierung betrifft die Hauptstreben. Auch sie werden kontrolliert. Werden Alterserscheinungen oder sogar Pilzbefall festgestellt, wird ersetzt: Jetzt ist das bei zwölf Stämmen der Fall. Mitarbeiter des Bauhofs werden diese Arbeiten ausführen. Im September steht der Durchgang am Salzelmer Bahnhof auf dem Plan. "Die Schauseite zur Eggersdorfer Straße wird grundhaft erneuert", so Sibylle Schulz. Für das nächste Jahr ist dann der Rest des Portals vorgesehen, auch weitere Hauptstützen.

   

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