Der für rund 400000 Euro flutsanierte Sportplatz des SV Blau Weiß Breitenhagen sucht seinesgleichen. Am vergangenen Wochenende wurde der edle Rollrasenplatz mit großem Bahnhof eingeweiht. Sportlicher Höhepunkt war ein Frauenfußballspiel.

Breitenhagen l Aus sportlicher Sicht das Wichtigste zu Beginn: Sonntagnachmittag gewann Zweitligist Magdeburger FFC mit 10:0 gegen den Regionalligaabsteiger FFV Erfurt. Dania Schuster und Yvonne Wutzler trafen jeweils dreifach. Die Spielzeit dauerte 3 mal 30 Minuten.

Vor dem Spiel wurde der Platz mit unkomplizierter Feierlichkeit seiner Bestimmung übergeben. Ortsbürgermeister Kurt "Bodo" Kotzur übergab den Spielführerinnen je einen Breitenhagen-Wandteller, Matthias Albrecht, Vizepräsident des Fußballverbandes Sachsen-Anhalt, schenkte ein knappes Dutzend Fußbälle, mehreren Sponsoren wurde für die Fluthilfe gedankt.

Zu denen gehörte Ute Roßmann aus Bad Oeynhausen als Vertreterin der Firma Buschjost. Mitarbeiter des Magnetventilherstellers hatten auf ihr Überstundengeld verzichtet und im vergangenen Jahr 16000 Euro für Breitenhagen und die Kita Rosenburg gespendet. Weil Ute Roßmann aus Schönebeck stammt, stellte sie den Kontakt zur alten Heimat her.

SV Blau Weiß Breitenhagen-Vorsitzender Hans-Georg Buszkowiak würdigte in diesem Zusammenhang auch das "Jeversche Wochenblatt". (Es wurde 1791 als Wochenzeitung gegründet, Tageszeitung seit etwa 1890. Damit ist es eine der ältesten noch erscheinenden Zeitungen Deutschlands.)

Dessen Leser hatten 20000 Euro gespendet, die für den Bau des provisorischen Vereinsheimes verwendet wurden. Der Containerbau soll auch Bestand haben, wenn das neue Dorfgemeinschaftshaus auf dem Sportplatz eines Tages fertig sein wird.

Laut Bürgermeister Jens Strube und Bauamtsleiter Holger Goldschmidt, die unter den Festgästen waren, gebe es heute zu diesem Thema Gespräche im Landesverwaltungsamt. "Vielleicht können wir ab Mittwoch konkreter sagen, wann hier neu gebaut wird", so Strube.

"Zumeist sind sie aus der Not heraus geboren, weil die Orte keine kompletten Mannschaften mehr auf die Beine stellen können."

Der sanierte Sportplatz wird laut Hans-Georg Buszkowiak fortan wieder von den Frauenfußballerinnen des SV Breitenhagen genutzt. Aber auch die männlichen Kicker werden auf dem Rollrasen, der wie ein Teppich ist, ihren Spielbetrieb ausüben. Dazu wurde die Spielgemeinschaft Rosenburg II und Breitenhagen gegründet. Laut Buszkowiak endete der reguläre Spielbetrieb der Breitenhagener Männer in der Saison 2011/12. Danach habe man keine elf Kicker mehr zusammen bekommen. Ähnlich erging es Groß Rosenburgs zweiter Mannschaft. Deswegen sei jetzt die Fusion zur Spielgemeinschaft erfolgt.

Klaus Beier, Geschäftsführer des Kreisfachverband Fußball Salzland, beobachtet die Zunahme von Spielgemeinschaftsgründungen seit "zwei, drei Jahren". "Zumeist sind sie aus der Not heraus geboren", so Beier, "weil die Orte keine kompletten Mannschaften mehr auf die Beine stellen können." Was mehr oder weniger gut funktioniere, da historisch gewachsene Rivalitäten zwischen den Dörfern zuweilen Hindernisse darstellten.

So sind auch die Spielerinnen der Breitenhagener Frauenmannschaft (Kreisunion) eine bunt zusammen gewürfelte Gruppe aus Schönebeck, Calbe, Barby, Ranies, Groß Mühlingen, Cörmigk oder Breitenhagen. Die Demografie hat eben ihre eigenen Spielregeln.

Trainer Hansi Quenstedt erinnert sich an die Anfänge: "Es war eigentlich ein Gaudispiel, als Frauen und Männer auf dem alten Sportplatz hinter dem Damm 1995 gegeneinander antraten." 1996 wurde dann unter seiner Leitung eine reguläre Frauenmannschaft gegründet, die bis heute Bestand hat.

Und? Wie ist es denn so, als "Kerl" eine "Weiber-Elf" zu trainieren?

"Macht Spaß", grinst Hansi, "Wenn allerdings mal Zickenkrieg ist, muss man darüber stehen." Die Qualität des neuen Fußballplatzes fasst Hansi Quenstedt im Namen "seiner Frauen" so zusammen: "Hut ab, was hier gebaut wurde!"

   

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