Das Soziale Netzwerk Calbe nimmt wieder Fahrt auf. Grund dafür ist Anne Schüler, bei der als neuer Gemeinwesenkoordinatorin die Fäden der zahlreichen Akteure zusammenlaufen. Trotz leerer Kassen und demographischen Wandels sollen die vielen Kräfte und Ideen zur Gestaltung des Lebens in der Saalestadt gebündelt werden.

Calbe l Regionalmanagement und Wirtschaftsförderung: Diesen Masterabschluss weist Anne Schüler vor. Durch ihr Studium ist die Schönebeckerin geradezu prädestiniert für die Stelle der Gemeinwesenkoordinatorin. Sie sieht in der leeren Stadtkasse und der sinkende Einwohnerzahl eine große Herausforderung. "Die Potenziale sind in Calbe auf jeden Fall da", meint Anne Schüler. Wichtig sei es, die lokalen Akteure miteinander zu vernetzen, den Austausch von Wissen und Ressourcen im Sinne der Stadtentwicklung zu fördern. "Nur zusammen sind wir stark", nennt Anne Schüler ihre Motivation. Ihr Ziel ist es, das Soziale Netzwerk Calbe aktiver zu gestalten und wieder stärker in das Bewusstsein der Bürger in Calbe und der Umgebung zu bringen. Neben den zahlreichen Beratungsangeboten, die die Akteure des Sozialen Netzwerkes für Hilfesuchende im Gemeindehaus der Breite 44 anbieten, sollen wieder gemeinsame Veranstaltungen in der Saalestadt auf die Beine gestellt werden. "Zusätzlich sind Foren zu sozialen Fragen geplant, die einen Großteil der Bevölkerung beschäftigen", sagt Anne Schüler. "Das Netzwerk würde sich dazu über Anregungen freuen."

Ein erster Schritt sei eine geplante Aktionswoche zum Thema "Vielfalt und Toleranz" mit vielen sozialen, öffentlichen und privaten Mitstreitern. "Angedacht ist ein Fotowettbewerb, der in einer Ausstellung mündet, ein Hoffest in der Breite 44 und eine kulinarische Reise, die von der ,Oase Calbe` übernommen wird", blickt Anne Schüler voraus.

Im Herbst stehe dann auch der "Tag der Berufe" in der Herder-Sekundarschule im Kalender, bei dem Schulabgänger mehr über Ausbildungsplätze der Stadt und Region erfahren. Dabei ist es ein besonderes Anliegen der neuen Gemeinwesenkoordinatorin, lokale und regionale Unternehmen mit ins Boot zu holen, ohne dabei nur als diejenige zu agieren, der mit der Sammeldose reihum geht. "Auch die Wirtschaft vor Ort profitiert", sagt Anne Schüler, die um den immer größer werdenden Mangel an geeigneten Auszubildenden in der Region weiß. So hätten beispielsweise Verantwortliche in Firmen bei möglichen sozialen Problemen sofort einen passenden Ansprechpartner, bei dem sie Unterstützung erfahren. "Mit Unterstützung von Sven Hause, des Jobcenters und durch ein Förderprojekt können wir Frau Schüler über zwei Jahre anstellen", freut sich Andrea Zander vom Diakonieverein Burghof, auch wenn ein notwendiger Eigenanteil von mehr als 5000 Euro vom Netzwerk noch finanziell gestemmt werden muss. Bislang konnte diese Stelle nur für eine kürzere Dauer - zuletzt mit Lia Lange und Andrea Leischke - mit Leben füllt werden.

Das Büro der Gemeinwesenkoordinatorin in der Breite 44 ist Montag, Mittwoch und Freitag von 8 bis 14.30 Uhr sowie Dienstag und Donnerstag von 8 bis 16 Uhr besetzt. Zu erreichen ist es auch unter (03 92 91) 46 38 68 oder info@soziales-netzwerk-calbe.de.