Einen spannenden Tag erlebten gestern 45 Hortkinder aus Welsleben. Der Schäferhundesportverein, Ortsgruppe Gnadau, kam mit Vierbeinern auf den Sportplatz. Die Mädchen und Jungen waren begeistert.

Welsleben l Sie waren gestern die ganz großen Stars bei den Kindern: vier Beine, Schlappohren, dichtes Fell, aufmerksam und - wie ein Mädchen sagte - "total süß". Ihre Namen deuten auf langen Adel hin: Camillo vom Ritterberg, Nena von Kalifeld, Natz von Poppitz und Enya von Wendhusenzwinger. Das waren nur vier der vielen Schäferhunde, die die Mitglieder des Schäferhundesportvereines Ortsgruppe Gnadau mit nach Welsleben brachten. Dort wurden die Ferienhortkinder zu einem heißen Vormittag mit den Freunden mit der kalten Schnauze eingeladen.

Dabei stand nicht nur die Präsentation der besten Freunde des Menschen im Vordergrund, sondern auch ein Stück Lehre. "Die Kinder müssen lernen, vor Hunden Respekt zu haben. Keine Angst, aber eben Respekt", berichtete Ortsgruppenvorsitzender Roland Franke der Volksstimme. Sehen Kinder angeleinte Hunde auf der Straße, dann freuen sich Zwei- und Vierbeiner. Die Kinder wollen dem Drang nachgeben, den felligen Freund auch zu streicheln. "Das kann man machen. Aber man muss das Frauchen oder das Herrchen immer erst vorher fragen", so Roland Franke. Das haben die 45 Hortkinder gelernt.

Sie hätten am liebsten alle Hunde gestern lange umarmt, denn die Hunde des Schäferhundesportvereines Gnadau sind sehr gut erzogen. Sie hören auf Kommandos und beschützen ihr Herrchen. Wie das aussieht, wurde den Mädchen und Jungen eindrucksvoll demonstriert: Auf Kommando ließen Hundeführer Heiko Renner, Frank Koch und Dieter Tümler ihre Schäferhunde von "Sitz" auf den gespielten Einbrecher - in diesem Fall Nina Franke - zurennen. Bewegte sich Nina nicht und stand erstarrt wir eine Säule, bellten die Vierbeiner die Person lediglich an. "Und das können die lange. Länger, als der Mensch ruhig stehen kann", sagte ein Vereinsmitglied. Bewegte sich Nina aber ein klein wenig, ging der Hund sofort auf den linken Arm zu, den die Person in eine Art Abwehrhaltung gebracht hatte.

Klar, Nina Franke hatte ihren Arm mit einem Beißschutz überzogen, den der Hund im Spiel als seine Beute betrachte. Nach einigen Kreisen, die Nina drehte, ließ sie den Beißschutz abgleiten, und der Hund lief mit seiner Beute stolz davon. "Dahinter steckt auch ein tieferer Sinn, den wir den Kindern und Erwachsenen immer zeigen: Kommt ein Hund auf einen zu, sollte man sich eben nicht bewegen und warten, bis das Herrchen dazukommt und den Hund wegführt", erklärte Roland Franke.

Für die Kinder eine eindrucksvolle Vorführung. Sie wollten aber noch mehr - nämlich die Vierbeiner streicheln, mit ihnen an der Leine eine Runde auf dem Sportplatz an der Schule drehen und zum Schluss ein Foto machen lassen mit den Schäferhunden, für die der Vormittag mit den Kindern ein Spieletag war.

"Wir waren im vergangenen Jahr schon mal hier an der Grundschule. Auch uns hat das sehr gut gefallen", so Roland Franke zur Volksstimme. Die Ortsgruppe des Schäferhundesportvereins besteht inzwischen 50 Jahre. 16 Mitglieder zählt die Gruppe. Das Können der Tiere wird bei regelmäßigen Treffen gezeigt.

Kontakt im Internet: www.svlg19.de/ortsgruppen/a-i/gnadau/185-gnadau.html

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