Vor fünf Wochen wussten die Lödderitzer noch nicht, ob sie nun wirklich feiern. Dann der Bescheid, dass die Festscheune trotz noch fehlender Fördermittel saniert wird. Jetzt wurde drei Tage lang mit allerlei Programm und Wettkampf gefeiert.

Lödderitz l Dass das Jäger- und Heimatfest in Lödderitz überhaupt stattfand, ist quasi ein kleines, schnelles Wunder. Durch das Hochwasser war die Festscheune als Veranstaltungsort unbrauchbar. Die Sanierung der Scheune ließ bisher auf sich warten, obwohl Fördermittel beantragt sind. "Deshalb haben wir auch so lange gezögert. Erst als wir das Okay bekamen, dass der Saal in der Scheune und die Bühne gemacht werden, haben wir uns entschlossen, das Fest zu veranstalten", sagt Ingolf Fietz, Vereinsvorsitzender des Heimatvereins Lödderitz. Das war vor etwa vier Wochen. "Und dann wurde auch fast bis zum letzten Tag gebaut und gewerkelt", erzählt er. Erst am Donnerstag sind die Handwerker endgültig fertig gewesen. Dass der Vereinsraum noch nicht gemacht wurde, davon zeigte sich das Organisationsteam recht unbeeindruckt und stellte die Kuchentafel kurzerhand in den Scheunensaal.

Dann sollte es losgehen. Zum Auftakt am Freitagabend sollte es dann auch imposant werden. Denn in jedem Jahr eröffnet neben dem Ortsbürgermeister auch das Sandmännchen des Dorfes das Heimatfest. Das Gefährt des Sandmännchens ist jedes Jahr eine Überraschung. "In diesem Jahr kam es auf einem dieser riesigen Mähdrescher. Das hat Eindruck gemacht", erzählt Ingolf Fietz. Und während da eine große Zahl an Zuschauern staunte und auch am Fackelumzug teilnahm, wurde es danach etwas schwächer von den Besucherzahlen - und das, obwohl das Fest im Vorjahr wegen des Hochwassers ausgefallen war. "Vielleicht, weil es dieses Mal so lange in Frage stand - ob, oder ob nicht und natürlich ist auch noch Urlaubs- und Ferienzeit", versucht Fietz eine Erklärung.

Aber eins steht für Fietz fest. "Wer da war, hatte Spaß!" Das kann vor allem der neue und alte Schützenkönig Martin Knopf bestätigen. Der 20-Jährige schoss sich zum fünften Mal in Folge in den Adelstitel. Und das ohne Übung! "Wir haben in der Familie keinerlei Gewehr, und Möglichkeiten zu üben, habe ich ansonsten auch nicht", sagt er. Die fünfte Schützenkönigscheibe prangt jetzt an seinem Familienhaus - auf die sechste im nächsten Jahr hofft er. "Ich werde es auf jeden Fall versuchen", kündigt er an.

Neben den Lödderitzern waren es dann aber vor allem Besucher von außerhalb, die das Heimatfest bevölkerten. "Ich komme aus Breitenhagen, bin aber immer hier in Lödderitz zum Heimatfest. Hier ist dann immer was los. Und wo hat man das schon, dass um 17 Uhr auf einen Sonntag auf einem Dorffest noch was los ist", lobt Hansi Quenstedt.

Vor allem beim Ringreiten sind nur ortsfremde Teilnehmer. "Bei uns hat einfach niemand mehr Pferde, oder es reitet keiner mehr", erklärt Fietz. Trotzdem hält der Verein an der Tradition fest und borgt sich kurzerhand auch einen Hauptmann von woanders. "Es gehört eben dazu!", bekräftigt er. Und das sehen in diesem Jahr 38 Teilnehmer und viele Freunde, die diese begleiten, ähnlich. "Es ist ein kleines gemütliches Fest. Und genau auf diesen Festen macht es immer am meisten Spaß", sagt David Wernecke, der den 13. Platz beim Ringreiten gemacht hat.

   

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