Sie ist ein Muss für alle, die die Schule Großmühlingen besucht haben: die Ausstellung, die während des Pflaumenkuchenmarktes gezeigt wird und sich um die Bildungsstätte dreht. Denn seit nunmehr 130 Jahren werden Jungen und Mädchen dort unterrichtet.

Großmühlingen l Christl Schiefer hat auch im Ruhestand noch immer ein Faible für ihre einstige Wirkungsstätte. Das merkt man, wenn die ehemalige Lehrerin von der Schule Großmühlingen erzählt. "Das war mein Zuhause hier", sagt sie und fügt erklärend hinzu: "Wie es halt so ist, wenn man etwas mit Herzblut macht."

Mit viel Herzblut kümmert sie sich auch um die Ausstellung, die sie gerade mit tatkräftiger Unterstützung und Rückendeckung des Kirchbauvereins vorbereitet - und dank zahlreicher Sponsoren realisieren kann. Thema: 130 Jahre Schule Großmühlingen. Eingebettet ist die Ausstellung, die am Freitag, 12. September, um 12 Uhr eröffnet wird, in den traditionellen Pflaumenkuchenmarkt.

26 Tafeln mit Fotos von Klassen, Ausflügen, außerschulischen Aktivitäten und mehr hat sie für die Ausstellung vorbereitet. Jede Tafel ist ein Hingucker - auf alle Fälle für diejenigen, die einst die Schule besucht haben. Sie werden sich, ihre Eltern und Freunde, vielleicht sogar ihre Großeltern auf den Bildern wiederfinden.

Die Tafeln und all die zusammengetragenen Schul-utensilien drumherum zeigen aber auch: da steckt viel Fleißarbeit drin. Davon will Christl Schiefer nichts hören. Sie mache es doch gern. Daheim habe sie alles, was sie braucht, um die Schau vorzubereiten: die 70x100 Zentimeter großen Blätter, die nachentwickelten Fotos, Laptop, Drucker ... Damit bis zur Eröffnung ja keine Tafel beschmutzt wird oder kaputt geht, ist jede einzeln sicher in Folie verstaut. Da kann (fast) nichts passieren.

Das älteste Foto, das zu sehen sein wird, ist von 1903. Sie hat die Zeit bis 1990 aufgearbeitet. "Nach der Wende wurde dann ja fotografiert ohne Ende. Da ist so viel Material da. Das ist in einem zweiten Raum zu sehen", sagt Christl Schiefer.

Und die Schule hat nicht nur Schüler zu bieten, sondern auch ein Baby mit dem Geburtsort Schule. Marga Engelmann (jetzt Drabetzki) ist am 2. November 1947, 11.15 Uhr, dort zur Welt gekommen. "Ihre Mutti war Hausmeisterin hier. Die Kinder haben ihr am nächsten Tag ein Ständchen gebracht", weiß Christl Schiefer zu berichten. Eine Kopie der Geburtsurkunde wird zur Ausstellung gezeigt. Natürlich.

Ebenfalls zu sehen sein wird eine Rechnung von 1898, die der Krämer Albert Reiter der Schule ausgestellt hat. Für die Lieferung von Seife, Kreide, Tinte, Petroleum und mehr. Oder ein Schreiben des Ortschulinspektors Pastor Loose von 1907 über eine vorzeitige Schulaufnahme.

Interessant ist auch ein Schriftstück, das belegt, dass 1945 312 Kinder die Schule besucht haben, davon waren 164 Einheimische, die anderen Evakuierte und Flüchtlinge. Die zweite Klasse zählte in jenem Jahr 52 Kinder.

Die Ausstellung ist in der Grundschule Großmühlingen zu sehen und zwar am Freitag, 12. September, von 12 bis 18 Uhr; sowie am Sonnabend und Sonntag, 13. und 14. September, von 10 bis 18 Uhr.

   

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