Gemüse aus dem eigenen Kleingarten schmeckt. Darüber sind sich die vier Mitglieder der Familie Gröning einig. Seit acht Jahren bewirtschaften sie ihre Oase im Verein "Einigkeit II". Heute werden sie im Rahmen der Gemeinschaftsaktion von Volksstimme und Gartenverband vorgestellt.

Schönebeck l Die Freude ist aus den Gesichtern von Marwin und seiner kleinen Schwester Karolin nicht wegzudenken. Die beiden lieben ihr Baumhaus über alles. Schließlich ist es etwas Besonderes und bereitet den Geschwistern mit der Rutsche viel Spaß. Sicherlich ist dieses eigene Haus der Kinder mit ein Grund, warum der Neun- und die Dreijährige gern mit ihren Eltern in den Kleingarten gehen.

Für die Eltern - Bianca und David Gröning - ist es wichtig, dass sich ihr Nachwuchs in dieser Oase wohl fühlt. Denn hier verbringt das Ehepaar gern seine Freizeit. Und das bereits seit acht Jahren.

"Wir haben in einem Neubau ohne Balkon gewohnt", nennt die 30-Jährige einen Beweggrund. "Und unsere Kinder können sich hier austoben", sagt sie weiter. Seither führt die vierköpfige Familie fast täglich der Weg in die Kleingärtneranlage "Einigkeit II", die sich zwischen der Magdeburger Straße und Wilhelm-Hellge-Straße befindet. Familie Gröning ist eine von acht jungen Familien, die sich hier um eine Parzelle kümmern, erzählt Rudolf Müller, der dem Verein vorsitzt. Insgesamt 64 Kleingärten gehören in seine Obhut.

Er freut sich über jedes Engagement seiner Mitglieder. Bei Grönings ist das nicht so selbstverständlich, bedenkt man, dass ihr Kleingarten 2013 vom Hochwasser in Mitleidenschaft gezogen worden ist. Denn ihre kleine Oase liegt nahe am Solgraben.

"Unsere bepflanzte Fläche stand komplett unter Wasser", sagt der 35-jährige Familienvater. Entmutigen lassen haben sich die Grönings aber nicht. Stattdessen wollen sie eine Anbaupause einlegen. Bei diesem Stichwort wird jedoch Siegfried Kliematz, Fachberater beim Verband der Gartenfreunde, hellhörig. "Sie sollten eine Fläche nicht brach liegen lassen", sagt er. Das sei kontraproduktiv. Er empfiehlt, lieber Feldsalat, China- oder Rosenkohl anzubauen, das sei für den strapazierten Boden besser.

Bianca und David Gröning nehmen den Rat mit offenen Ohren auf. Denn ihr Garten ist ihnen wichtig. "Für uns ist der Garten unser Balkon", sagt die junge Mutter. Sie selbst stammt aus einer Familie, in der der Kleingarten schon immer dazu gehört hat. Dasselbe Erlebnis möchte sie ihrem Nachwuchs bieten. "Hier können die Kinder sehen, wie das Essen wächst - vom Samen bis zur Ernte", sagt Bianca Gröning.

Doch nicht nur der Lerneffekt spielt eine Rolle. "Hier ist alles wirklich Bio", ergänzt ihr Ehemann. Und: "Unsere eigene Ernte schmeckt besser als das gekaufte Gemüse aus dem Supermarkt." Zusammengefasst sagt Bianca Gröning: "Unser Garten ist Gold wert."

Dieser Beitrag ist der letzte der Gemeinschaftsaktion der Volksstimme und des Gartenverbandes in diesem Jahr. Die Abschlussveranstaltung findet am 13. September statt.