Die App von Bördeland ist zwar schon seit eingen Tagen im Netz, doch dieses moderne Angebot einer Gemeinde lockte nun auch den Innenminister an. Der lobte die Vernetzung der Bürger mit der Verwaltung und schaltetet die App offiziell frei.

Bördeland l Buenos Aires hat`s, Berlin hat`s und nun auch Bördeland - eine App als modernes Kommunikationsmittel zwischen Bürgern und Verwaltung. Dass so eine App, angeboten für Smartphones und Tablet-Computer, kein unsinniges Produkt ist, berichtete sehr überschwänglich Ortsteilbürgermeisterin Ute Möbius aus Großmühlingen. Zum Pflaumenkuchenmarkt wurden die Nutzer nochmals über diesen Kommunikationsweg auf die Veranstaltung hingewiesen. Nur mit einem Fehler: "Es wurde der 184. Pflaumenkuchenmarkt genannt", so Ute Möbius. Sie machte die Probe aufs Exempel und meldet über die App den Fehler. "Und schon am nächsten Tag war es korrigiert", lobte die Ortbürgermeisterin.

Dass diese App auch praktischen Nutzen hat, wissen Besitzer von Smartphones und Tablet-Computern seit Jahren. Auch Ortsbürgermeister Marco Schmoldt aus Eickendorf findet lobende Worte: "Ich habe so viele unnütze Apps auf meinem Telefon. Aber diese Bördeland-App ist wirklich sehr gut." Er freut sich, vielleicht junge Leute über diesen Weg mit der Gemeindepolitik vertraut zu machen und im besten Fall auch zu interessieren.

Die Vorteile dieser App sieht auch Tim Sroka, Ortsbürgermeister aus Kleinmühlingen. Er machte deutlich, dass die Feuerwehren beispielsweise Nachwuchssorgen plagen. "Ist es nicht möglich, dass wir sozusagen einen heißen Draht einrichten und auf die Dienste der Kinder- und Jugendfeuerwehr sowie auf die aktive Wehr hinweisen?"

Allein dieser kleine Disput bei der offiziellen Freigabe der App am Dienstagnachmittag zeigt, dass die Gemeinde damit einen Volltreffer gelandet hat. Innerhalb von nur vier Monaten hat Bördeland die Installation der App mit dem in Süddeutschland und Irxleben ansässigen Unternehmen AdKomm realisiert. "Wir sind zwar mit unserer Homepage im Internet präsent, aber nun liegen wir mit der App in der Hand des Nutzers", umschreibt Bürgermeister Bernd Nimmich das praktische Bild.

Aktuelle Nachrichten, Schadensmeldungen, Ansprechpartner, Veranstaltungen, Fotos und anderen Dinge bietet die Verwaltung den App-Nutzern an. Und: Der Kanal der Information wird nicht nur in die eine Richtung genutzt. "Die Bürger können auch Anfragen an die Verwaltung stellen", machte Dennis Böttcher von AdKomm deutlich. Da derzeit 75 Prozent alle Smartphones mit dem Android-Betriebssystem ausgestattet sind, hinkt eine App für Apple-Besitzer noch hinterher. Aber nicht mehr lange, wie Dennis Böttcher verkündete. "Ich denke, dass wir zeitnah also in den nächsten Wochen eine App auch für dieses System zur Verfügung stellen können."

Zum Thema Sicherheit beruhigte der IT-Experte. Selbstverständlich werden die derzeit gültigen Standards eingehalten. Zudem sollen keine personsengebundenen Daten über das Telefon zur Verwaltung geschickt werden.

Böttcher, Nimmich und Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht drückten anschließend den großen roten Knopf und gaben damit die App offiziell frei. Stahlknecht hob die Verbindung von Tradition und Moderne gerade in einem Dorf wie Börderland hervor. "Diese App ist eine bürgerfreundliche Sache. Ich denke, dass viele Gemeinden nachziehen werden", sagte er.

Interessiert schauten sich der Minister und die versammelte Garde der Bördeland-Bürgermeister anschließend den neuentwickelten Bürgerkoffer an. Der beinhaltet das Meldewesen einer Kommune und ist mobil. Damit kann die Verwaltung zum Bürger kommen und nicht umgekehrt. Mit dem Koffer sind die Beantragung von behördlichen Dokumenten wie Ausweis und Pass möglich. Der Koffer kostet etwa 5000 Euro. Ob Bördeland ihn anschafft, steht noch nicht fest.

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