Schönebeck l Geht es nach dem Wunsch von Schönebeck, kann die Stadt in den nächsten Jahren eine ganz besondere kostenlose Werbung machen: in Deutschland und ganz Europa. Der Grund: Nach wie vor in der Warteschleife befindet sich die Namenstaufe eines Flugzeuges der Lufthansa und ihrer Tochterunternehmen auf den Namen "Schönebeck (Elbe)". Das bestätigte Sabine Dudda, zuständig bei Lufthansa für Protokoll und Eventmanagement Flugzeugtaufen, auf Anfrage der Volksstimme.

"Im Rahmen unserer Flottenmodernisierung, bei der wir immer wieder neue und technisch erheblich verbesserte Flugzeuge erwerben, werden hierfür allerdings ältere Modelle ausgemustert. Die Namen der ausgemusterten Flugzeuge werden dann auf die neueren Flugzeuge übertragen", erklärt sie die lange Wartezeit. Seit mehreren Jahren schon liegt der Antrag der Stadt Schönebeck auf Namenstaufe bei Lufthansa in Frankfurt vor.

Demnach kann die Lufthansa nur dann Taufen durchführen, wenn sich die Flotte erheblich erweitert. Auch ist es ein Prinzip, die Städtegröße, dass heißt die Einwohner-anzahl, auf den Flugzeugtyp abzustimmen. "Dies bedeutet, dass Städte mit über 100000 Einwohnern die Patenschaft für einen größeren Flugzeugtyp übernehmen, kleinere Städte für kleinere Flugzeuge", so Sabine Dudda. Schönebeck würde mit Wernigerode, Merseburg, Halberstadt und Quedlinburg in dieser Größe rangieren.

Nach Erfahrungen von Experten könnte dann ein Flugzeug des Typs Canadair 900 oder 700 nach der Elbestadt benannt werden. Schon jetzt fliegen Flugzeuge mit Landes- und Städtenamen der Region bei Lufthansa und Tochterunternehmen um die Erde (siehe Infokasten).

"Da die Bewerbungen der kleineren Städte inzwischen sehr zahlreich geworden sind und nicht genügend ungetaufte Flugzeuge bei der Deutschen Lufthansa AG zur Verfügung stehen, liegen die Wartezeiten im Moment bei zehn und mehr Jahren", schreibt Sabine Dudda der Volksstimme. Das sind Wartezeiten wie vor 25 Jahren nach einem neuen Trabant ...

Zudem ist es der Lufthansa ein großes Anliegen, deutschlandweit alle Regionen abzudecken und somit ein ausgewogenes Gleichgewicht innerhalb der einzelnen Bundesländer mit zu berücksichtigen. Auch das ist ein Grund für die Wartezeit.