Von Kathleen Radunsky

Schönebeck/Staßfurt l In den Herbstmonaten fällt viel grünschnitt an. Um den Bürgern im Salzlandkreis entgegenzukommen, bietet der Kreiswirtschaftsbetrieb jährlich im Oktober und November die kostenlose Abfuhr an. Dafür stehen im gesamten Salzlandkreis 60 Container zur Verfügung. Jedoch scheint dieses Service-Angebot mancherorts eher missbraucht zu werden. Darauf hat Ralf Felgenträger, Geschäftsführer des Kreiswirtschaftsbetriebes, während der Betriebsausschusssitzung am Mittwochabend aufmerksam gemacht.

"Es wird manchmal über das Maß genutzt", sagt Felgenträger sarkastisch. Um das Problem den Ausschussmitgliedern deutlich zu machen, zeigt er einige Fotos. Zu sehen sind darauf meterlange und -hohe Reihen mit Grünabfällen. Ganze Bäume könnte man in den Haufen vermuten. Für solche großen Abgaben sei das kostenlose Angebot des Kreiswirtschaftsbetriebes nicht gedacht, betont Felgenträger gegenüber den Kreisräten. Vorgesehen seien Grünabfälle, die nicht größer als zwei Meter sind und nicht schwerer als 25 Kilogramm.

Durch diesen Service-Missbrauch entstehen Nachteile für den kreiseigenen Betrieb. "Unsere Mitarbeiter müssen unter Umständen Überstunden leisten", sagt Felgenträger. "Wenn es ganz hart kommt, fahren die Mitarbeiter auch am Sonnabend los", gibt er weiter Auskunft. Doch eigentlich sei diese Dienstleistung so geplant, dass Grünschnitt im Oktober und November auf den regulären Touren mitgenommen wird. Das wiederum sei bei den großen Mengen dann nicht möglich. "Dieses Engagement bringt uns derzeit an unsere Leistungsgrenzen", macht er deutlich.

Jedoch, auch das betont Felgenträger, seien diese Problemfälle eher Ausnahmen. Auf jeden Fall könne Felgenträger die Region um Schönebeck ausschließen. Diese Fälle kämen in Aschersleben/Staßfurt/Bernburg vor. Doch auch Ausnahmen tun wie bereits beschrieben dem Betrieb finanziell weh.

"Bedeutet das, dass durch den Missbrauch unseres Service-Angebots die Gebühren steigen müssen", fragt Landrat Markus Bauer an Felgenträger gerichtet. "Nun ja, der Mehraufwand schlägt sich auf unsere Personalkosten nieder", erklärt der Kreiswirtschaftsbetriebsgeschäftsführer. Für Markus Bauer steht bei dem Beispiel fest: "Das ist doch nicht im Sinne des Solidargedankens, dass einer mehr Grünschnitt hinlegt und am Ende alle dafür draufzahlen müssen." Eine Drohung solle es nicht sein, aber ein Appell.