Liegt es an den schrumpfenden Bevölkerungszahlen oder an mangelnder Motivation der Laienmusiker? Der 2007 gegründete Landesfanfarenzug Sachsen-Anhalt wird sich voraussichtlich auflösen.

GroßRosenburg l "Als jahrelanges Mitglied eines Fanfarenzuges tut es mir im Herzen weh, zuzusehen, wie die Fanfarenzüge so langsam aus einigen Regionen von der Bildfläche verschwinden", begründete Hans-Georg Winterfeld vor sieben Jahren die Initiative. Damals wurde der Landesfanfarenzug in Groß Rosenburg aus der Taufe gehoben, um "Kräfte zu bündeln" und musikalische Qualitäten zu verbessern. Im Dezember 2007 gründeten Musiker aus Schönebeck, Förderstedt und Groß Rosenburg die Spielgemeinschaft.

Seitdem gingen die Jahre ins Land. Der Landesfanfarenzug war mit seinen gelb-schwarzen Uniformen immer ein Hingucker und Garant für musikalische Qualität bei den unterschiedlichsten Veranstaltungen.

Woran nicht zuletzt die gemeinsamen Trainingslager ihren Anteil hatten, die nicht nur das Zusammenspiel besser und kreativer werden ließ, sondern auch das Zusammengehörigkeitsgefühl festigte. Auch die Internetpräsentation setzt bis heute ästhetische Maßstäbe. Eine Seite, die man sich gerne anguckt, auch wenn sie derzeit nicht mehr so ganz auf dem neuesten Stand ist.

Doch alles nützte nichts. Was angefangen beim Kleintierzuchtverein, über Fußballer bis hin zur Feuerwehr die meisten Vereine beutelt, ereilte schleichend auch den Landesfanfarenzug.

Dennoch kann es am kommenden Wochenende im Gründungsort Groß Rosenburg etwas lauter werden. Schuld daran sind Fanfaren und Trommeln: Ein Übungswochenende steht im Vereinshaus des Rosenburger Carnevals- und Kulturvereins (RCV) und in der Mehrzweckhalle auf dem Programm. Die Musiker des "noch" Landesfanfarenzuges Sachsen-Anhalt aus Rosenburg, Gommern, Magdeburg, Pretzien und Schönebeck werden ihr Repertoire auffrischen.

Dann wird natürlich auch über die Zukunft des Vereines gesprochen. "Der wachsende Mitgliederschwund macht uns schon sehr traurig", sagte Vorstandsmitglied Michael Pietschker. Die Idee vom Landesfanfarenzug sei möglicherweise geplatzt, denn mit 20 oder 30 Musikern könne man nicht mehr vom "Land" sprechen.

2007 marschierte die Truppe noch mit 60 bis 80 Leuten auf. "Es ist schon schwierig, dass sich keine jungen oder älteren Mitstreiter finden, die Spaß am Musizieren haben", beklagt Pietschker. Deshalb wird sich der Landesfanfarenzug bei der stattfindenden Mitgliederversammlung in "Naturfanfarenzug Sachsen-Anhalt" umbenennen und es wird eine Versammlung mit Neuwahlen geben. "Erfreulich ist aber, dass die interessierten Mitglieder zur Stange halten und es den Fanfarenzug weiterhin geben wird", unterstrich Michael Pietschker.

Und so wird am Wochenende vom 30. Oktober bis 1. November fleißig geübt, um sich umzustrukturieren und an sich zu arbeiten. "Da an diesem Wochenende auch Halloween gefeiert wird, kann es passieren, dass kleine und große Geister mit Instrumenten durch Groß Rosenburg ziehen", kündigt Pietschker an, der auch Ortsbürgermeister ist.

Also es gäbe nicht nur Saures, sondern auch Süßes zu berichten. "Und wenn sich der Ein oder Andere entschließt, beim Naturfanfarenzug mitzumachen, ist er, oder sie herzlich willkommen", schlägt das Vorstandsmitglied die Werbetrommel.

Geübt wird immer montags in Groß Rosenburg und donnerstags in Gommern.

Telefon (0177) 5250762

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