In die Winterpause verabschieden sich die Ehrenamtlichen des Industriemuseums Schönebeck. Morgen Nachmittag laden sie deshalb zu einem würdigen Saisonabschluss.

Von Kathleen Radunsky

Schönebeck l Einen leisen, fast schon unauffälligen Saisonabschluss können und wollen die Mitglieder des Vereins "imuset" nicht erleben. Irgendwie ist das typisch für die umtriebigen Ehrenamtlichen, die Schönebecker Industriekultur lebendig erhalten. Deshalb laden die Vereinsleute am morgigen Sonntag zu einem besonderen Tag in das Industriemuseum ein. Unter dem Motto "Der lange Nachmittag der Experimente im imuset" werden zwischen 14 und 18 Uhr spektakuläre Experimente vorgeführt.

"Die Besucher werden einmal unsere Exponate actionreich erleben", sagt Georg Plenikowski, Vorsitzender des imuset-Vereins, der das Industriemuseum betreibt. Oder anders, in den Plenokowski-typisch flapsigen Worten: "Es wird stinken, es wird Krach geben." Dafür sind verschiedene Aktionen geplant. So soll es Zauberei geben, Waffen eines vergangenen Jahrhunderts spielen eine Rolle und es wird gesprengt und geschmolzen.

Plenikowski versteht es, Neugier zu wecken. Denn zu viel verrät er vorab nicht. Doch er ist sich sicher, die Besucher werden begeistert sein. "Es soll allen Spaß bereiten", nennt er den Ansatz der Organisatoren.

"Was man sonst nur ansehen kann, darf man dieses Mal auch anfassen", umschreibt er. Damit greifen die Vereinsleute ihrer eigenen Zukunft ein Stück voraus. "Denn später einmal wollen wir gern mehrere Experimentierstationen einrichten, an denen sich die Gäste selbständig ausprobieren können", sagt der Vereinschef. Derzeit ist das nur eine Idee, "denn wir haben bisher noch zu viel mit dem Gebäude und dem Gelände zu tun", erklärt Plenikowski.

Grundsätzlich zeigt er sich mit dem Jahr 2014 zufrieden. "Wir haben Auf- und Umbauarbeiten geleistet", sagt er. Die Mitglieder sowie die Sponsoren seien fleißig und die Veranstaltungen gut besucht gewesen. "Doch wir können es uns leider nicht leisten, die Museumshalle im Winter zu beheizen", sagt Plenikowski, der damit den Saisonabschluss und die folgende Winterpausebegründet.

Wobei eine Winterpause beim Verein "imuset" nicht gleich Stillstand bedeutet. "Wir werden weitere Umbauten vornehmen", sagt der Vereinschef. Und in der Villa, die wiederum beheizt werden kann, sollen kleinere Veranstaltungen wie Vorträge stattfinden.

Doch was soll man so weit in die Zukunft schauen, zurück zum morgigen Sonntag. Die Vereinsmitglieder bieten Aktionsveranstaltungen, "die sonst so nicht möglich sind", sagt Plenikowski:

- Wir lassen die Magie der Chemie erstrahlen

- Wir nehmen die einzigen funktionstüchtigen Quecksilberdampfgleichrichter Deutschlands in Betrieb

- Wir sprengen imuset in die Luft

- Wir schießen wie um 1829

- Wir nehmen einen Dieselmotor in einem Notstromaggregat in Betrieb

- Wir schmelzen und gießen

- Wir drehen mit den Füßen.

Eintritt: 2 Euro, Kinder bis zehn Jahren frei und ab zehn Jahren ein Euro. Die Veranstaltung ist von 14 bis 18 Uhr geplant.