Polizeikommissar Bernhard Wessner (53) und Polizeioberkommissar Lutz Maser (49) sind die neuen Regionalbereichsbeamten für die Einheitsgemeinde Barby. Sie sollen in den Gemeinden vor allem in der Prävention tätig sein und für alle polizeilichen Belange als Ansprechpartner zur Verfügung stehen.

Barby l Die beiden Polizisten sind zwar für die Einheitsgemeinde zuständig, haben aber darin noch keinen Stützpunkt. Bereits im Frühsommer verkündete Bürgermeister Jens Strube stolz, dass die Männer im Haus der Begegnung einen Raum und für den Streifenwagen einen extra Parkplatz bekommen sollen. So sei es zwischen der Polizeidirektion (PD) Nord und der Stadtverwaltung Barby verabredet worden.

Bei einem Gespräch zwischen den Beamten und der Stadt kam nun Anfang vergangener Woche zum Vorschein, dass das Finanzministerium die Idee hat, den Stützpunkt im Barbyer Schloss einzurichten. Vermutlich um Miete zu sparen, die die Stadt Barby einfordern würde. Eine Entscheidung sei bislang noch nicht gefallen und die Stadt wie auch die Polizei wundern sich, warum sich die Klärung dieser Frage so lange verzögert. Die PD verwies auf eine Entscheidung des Finanzministeriums Sachsen-Anhalt.

Räume im Grundbuchamt

Die Volksstimme-Anfrage im Ministerium wurde wie folgt beantwortet: "Im Rahmen der Untersuchung von Unterbringungsmöglichkeiten für die Regionalbereichsbeamten wurde festgestellt, dass am Standort Barby eine landeseigene Liegenschaft, das Grundbuchamt, zur Verfügung steht." In Abstimmung mit dem Grundbuchamt sei durch die Polizei geprüft worden, ob diese Liegenschaft aus Sicht der Polizei für die Unterbringung der Regionalbereichsbeamten geeignet sei, heißt es weiter.

Eine Vorortbesichtigung habe bereits Anfang Oktober stattgefunden. "Die Räumlichkeiten ... werden derzeit durch die Polizei umfassend auf eine grundsätzliche Eignung hin untersucht. Erst hiernach wird über die Standortfrage abschließend entschieden werden können", heißt es abschließend.

Weder die Regionalbereichsbeamten noch die Stadtverwaltung wussten vor einer Woche von dieser Prozedur. "Das Grundbucharchiv ist doch aus Sicherheitsgründen hermetisch abgeriegelt. Ich möchte mal wissen, wo da die Bürgersprechstunden stattfinden sollen", bleibt Bürgermeister Strube skeptisch.

Wann eine Entscheidung erfolgen soll, teilte das Finanzministerium nicht mit.

Die Regionalbereichsbeamten sollen Kontakte zu den Verwaltungen, Schulen, Vereinen und Unternehmen der Orte halten. Zu polizeilichen Soforteinsätzen sollen sie nicht herangezogen werden, das sei weiterhin die Aufgabe der Polizeireviere, teilte das Innenministerium mit.

Wie Kommissar Bernhard Wessner sagte, werde man auf Fußstreifen den Bürgern die Möglichkeit geben, mit den Beamten ins Gespräch zu kommen. Sprechstunden soll es auch im Bürgerbüro Groß Rosenburg geben. "Unsere Arbeitszeit ist flexibel. Wir richten uns nach dem Bedarf", informierte Oberkommissar Lutz Maser. Auf diese Weise könnten Schwerpunkte, wie beispielsweise der Schlosspark Barby, wo Jugendliche mehrfach abends Randale veranstalteten, unter die Lupe genommen werden.