Barby/Glinde l Als Grund wurden "die besondere Situation und der Planungsverlauf" angegeben. An diesem neuralgischen Punkt soll der Deich mit Spundwänden verstärkt werden, was eigentlich noch in diesem Jahr geschehen sollte. Der 45er Bruch war schon vor der Flut von 2013 Thema gewesen, weil ein Biber sich in den Deichfuß eingegraben hatte. Und just an dieser Stelle kam es im Juni 2013 zu dramatischen Stabilisierungsaktionen.

Der Landesbetrieb für Hochwasserschutz (LHW) begründet die verschobene Spundung am 45er Bruch mit "einer kleinen Zeitverschiebung". "Aufgrund der rechtlichen Fristen im Rahmen des Ausschreibungsverfahrens wird die Realisierung nicht mehr in 2014 erfolgen können, aber gleich zu Beginn 2015", teilt LHW-Direktor Burkhard Henning auf Volksstimme-Anfrage mit. Bei der Einbringung von Spundwänden sei man auch nicht so wetterabhängig wie bei Erdbauarbeiten, fügt er hinzu.

Sanierung "zeitnaher als geplant"

Dafür wird der Rosenburger Damm in die Hochwasserschadensbeseitigung aufgenommen und "zeitnaher als bisher geplant" saniert. Gemeint ist der Streckenabschnitt zwischen der "Kanne" (Deichtor Breite Straße) und der Einmündung des Werkleitz-Barbyer Plattenweges. Das Sanierungsgebiet liegt zwischen den Saaledeichkilometern 11950 und 7300, ist also knapp fünf Kilometer lang.

Wie Flussbereichsleiter Christian Jung mitteilt, soll dieser Abschnitt des Saaledeiches nach den gültigen Normen DIN-gerecht saniert werden, wie man sie vor Jahren am Deich bei Ranies anwendete. Auch die Katastrophenstelle am Breitenhagener Schöpfwerk wurde auf diese Weise neu aufgebaut. Wesentliches Merkmal ist die Verbreiterung der Berme, also der landseitigen Stützböschung. Wie Jung sagt, werde der Rosenburger Damm "nur unwesentlich erhöht". Wann dort die Bauarbeiten anlaufen, steht allerdings noch nicht fest.

Graben am Deichfuß bereitet Kopfschmerzen

Kopfschmerzen bereitet den Planern ein Graben, der besonders zwischen dem Saaledeichkilometer 8,5 und 9 (Höhe Eschen) direkt am Deichfuß verläuft. Probleme deswegen, weil hier kein Platz für die Verbreiterung der Berme ist.

Aus dem Schreiben an die Stadtverwaltung Barby hört man ganz vorsichtig eine Infragestellung des Zeitplans heraus.

Der Landesbetrieb für Hochwasserschutz schreibt: "Auf Grund der extremen Höhe des Hochwassers 06/2013 haben wir ähnliche Probleme wie in Barby auch an vielen anderen, noch nicht sanierten Deichabschnitten zu verzeichnen gehabt. Es wird nicht möglich sein, alle Abschnitte innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahren abzuarbeiten, so dass der Zeitplan bis 2020 bereits eine sehr anspruchsvolle Zielstellung beinhaltet."

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