Der Geruch von gebackenem Kuchen, süßen Crepes und kreativen Gestecken aus grünen Tannenzweigen lag jetzt in den Gängen der Schönebecker Maxim-Gorki-Schule. Und wer noch das passende Geschenk suchte, wurde am Tag der offenen Tür in Verbindung mit einer vorweihnachtlichen Veranstaltung fündig.

Schönebeck l Traditionelles Handwerk und moderne Sekundarschule - das passt auf den ersten Blick vielleicht nicht sofort zusammen. Beim Tag der offenen Tür mit vorweihnachtlichem Treiben in der Maxim-Gorki-Schule gab es den Gegenbeweis, geliefert von Max Thape. Er führte das Gießen von Bleifiguren vor. Das kleine Traditionshandwerk und die Herstellung der unterschiedlichen Kunstfiguren erfreute sich großer Beliebtheit. Der gelernte Kfz-Mechatroniker ist gerade in der Vorweihnachtszeit oft freiwillig unterwegs und bietet sein Bleigießen auf Weihnachtsmärkten und anderen weihnachtlichen Veranstaltungen an. "Das Interesse an diesem Hobby habe ich schon seit dem 13. Lebensjahr. Seitdem bin ich freiwillig zumeist am Wochenende unterwegs, so wie es mir die Zeit erlaubt", berichtet Max Thape. Mitgebracht hatte der Schlosser, Formen und Muster, so dass sich die Jugend unter seinen wachsamen Augen selbst im Gießen probieren konnten.

Und warum in der Schule? "Ich will den Kindern dieses schöne Handwerk näher bringen und zeigen, wie man sich damit beschäftigen kann, ohne nur auf Knöpfe eines Spielecontrollers zu drücken", sagt Thape.

Sich begeistern, ausprobieren, Bestätigung finden - das will auch Schule. Insofern ist es bei den "Gorkis" eine schöne Tradition, den Tag der offenen Tür mit dem Gemütlichen zu verbinden. "Wir öffnen die Schule natürlich für Interessierte. Aber das vorweihnachtliche Treiben bietet eine tolle Kombinationsmöglichkeit", sagt der stellvertretende Schulleiter Jürgen Heß.

Dafür warteten die Gorki-Schüler mit viel Selbstgemachten auf - sei es bei den Gaumenfreuden oder bei Künstlerischem. Für Schnäppchenjäger gab es kleine Flohmärkte mit Büchern, Spielen und vielen weiteren Sachen. Das eigene Glücksrad erfreute sich bei den Schülerinnen- und Schülern großer Beliebtheit, hier konnte das Glück auf die Probe gestellt werden. Die lange Schlange vor dem Rad wurde immer länger, der Tisch mit den gesponserten Preisen dafür leerer. Bereitgestellt wurden die vielen Köstlichkeiten und Basteleien von Sponsoren, Schülern, Eltern und Lehrern, die zum Teil auch an den Ständen tatkräftige Unterstützung boten. "Die Erlöse werden zunächst die Kosten decken. Was dann übrig bleibt, geht einerseits an den Förderverein und andererseits in die Klassenkassen der Schüler", sagt Vize-Schulleiter Jürgen Heß.

Außerdem konnte die gesamte Schule besichtigt werden. In den Fachkabinetten wurden Vorführungen und Experimente angeboten. In der Turnhalle gab es sportliche Aktivitäten. Informationen konnten sich die Besucher auch zum Programm "STABIL" einholen - es richtet sich an Jugendliche, die sozialpädagogischen Hilfebedarf haben oder noch nicht erfolgreich in das Berufssystem eingegliedert werden konnten. In Werkstätten lernen sie das praktische und verantwortungsvolle Arbeiten, die Selbstorganisation.

Ein vielfältiger Nachmittag - der das Schöne mit dem Nützlichen verband. Bis die Gorki- Schule im nächsten Jahr wieder ihre Pforten außerhalb der üblichen Schulzeiten öffnet. Mal nicht nur für Geschichte und Englisch.

   

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