Schönebeck l Die Atmosphäre im großen Sitzungssaal des Schönebecker Rathauses ist festlich. Jerzy Bojanowski und Musikschüler Tristan Schäfer eröffnen mit ihren Klarinetten musikalisch den Nachmittag. Der Anlass: Zum Tag des Ehrenamtes verleiht die Stadt Schönebeck jedes Jahr Urkunden an die Menschen, die sich unentgeltlich für andere stark machen. "Die Ehrungen sind inzwischen zu einer tollen Tradition geworden", sagt Erdmute Köppe von der Schönbecker Stadtverwaltung. Sorgsam sortiert sie die Ehrenurkunden für die 31 geladenen Gäste. Alles Ehrenamtliche, die von ihren Vereinen oder Organisationen vorgeschlagen wurden. Weil sie sich einsetzen - ohne dafür einen Cent zu kassieren. "Hier werden die stillen Helden des Alltags ausgezeichnet", sagt Ilona Luther, seit 2006 Vorsitzende des Stadtseniorenrates. Unter diesen Helden: Karin Sibylla und Bernd Losch. Das Paar engagiert sich als Leihoma und Leihopa. "Unser eigenes Enkelkind lebt in Wernigerode, und deswegen wissen wir, wie wichtig es eigentlich wäre, die Großeltern in der Nähe zu haben", sagt der 35-jährige Leihopa. Es sind zwei Erstklässler, um die sie sich regelmäßig kümmern: Hausaufgaben, Vorlesen, zu Bett bringen. "Die Mama ist Friseurin und muss oft lange arbeiten", ist Bernd Losch froh, die Leih-Familie unterstützen zu können. Mit Blumen sagen die stellvertretende Oberbürgermeisterin Gisela Schröder und Ilona Luther den Ehrenamtlichen gestern danke. Auch Erika Walther. Die 74-Jährige lächelt verlegen. "Es sind alles Menschen, die sich engagieren ohne großes Aufheben um ihre Person zu machen", sagt Luther. Regelmäßig geht Erika Walther ins Altersheim, um dort mit den Menschen zu reden "oder auch mal zu schweigen". Zuhause sitzen ist für die Rentnerin keine Option: "Nur die Hand zu streicheln, kann so viel helfen."

   

Bilder