Groß Rosenburg l "Heiligabend soll die Orgel der Rosenburger Kirche wieder in voller Schönheit erklingen."

Über diesen Satz von Pastorin Eva Maria Wassersleben werden sich all jene wundern, die gerade erst vor einem Jahr bei der Einweihung dabei waren. Denn 2013 hatten Fachleute die Rühlmann-Orgel in all ihre Einzelteile zerlegt, restauriert und wieder montiert. Den Abschluss bildete das tagelange Stimmen der Pfeifen vor einem Jahr um diese Zeit. Die Kosten betrugen über 50.000 Euro.

Plötzlich waren Misstöne unüberhörbar

Doch vor kurzem bemerkte der Organist plötzlich Misstöne bei seinem Spiel. Wie konnte das sein, nach so aufwändiger Sanierung durch eine renommierte Fachfirma? Der Fall war schnell klar. Unbekannte Täter waren in das Orgelgehäuse eingedrungen und hatten einige kleine Pfeifen geklaut. Dabei wurden andere verbogen. Dummerweise hatten sie den versteckten Schlüssel gefunden, der sich auf der Orgelempore befand.

Die Polizei nahm den Fall auf, die evangelische Kirchengemeinde überlegte auch, wer als Täter dafür in Frage kam. Letztendlich kam man zu dem Schluss, dass "ältere Kinder oder Jugendliche" aus dem Ort tatverdächtig sind. Tatzeitpunkt: Halloween. Zeugen hatten Beobachtungen gemacht, ohne jemand identifizieren zu können.

Aber warum war zu diesem Zeitpunkt die Kirche offen? Wie Pastorin Wassersleben sagt, sei das in dieser Jahreszeit normalerweise nicht der Fall. Die Rosenburger Kirche ist seit fünf Jahren zwischen Mai und September tagsüber geöffnet. Nicht zuletzt der zahlreichen Radtouristen wegen, die dieses Angebot gerne annehmen.

Pfeifen müssen ersetzt und gerichtet werden

"Wir haben bis Ende Oktober verlängert, weil es so schönes Wetter war und noch immer Besucher kamen", sagt sie. Der Schaden beläuft sich auf eine vierstellige Summe. Die Pfeifen müssen gerichtet und ersetzt werden. Deswegen muss extra ein Fachmann anreisen. Polizei und Gemeinde wären über sachdienliche Angaben zur Ergreifung der Täter dankbar.

Evangelisches Pfarramt, Telefon (039294) 20244