In der Altstadt und in Bad Salzelmen erinnern in Fußwege eingelassene Stoplersteine an jüdischen Familien, die einst in Schönebeck lebten, ehe sie zur Zeit des Holocaust vertrieben wurden oder ihnen sogar ein noch schlimmeres Schicksal drohte. Einer dieser Familien wird nun auf besondere Art gedacht.

Schönebeck l "Stolpersteine erinnern schon an vielen Stellen in Schönebeck an die Schicksale, die Juden erlitten, die einst in Schönebeck gelebt haben. Wir wollten das noch greifbarer und erlebbarer für Kinder und Jugendliche machen und kamen so auf die Idee, eine Geocaching-Route, die sich speziell mit einer Familie beschäftigt, in Schönebeck zu installieren", erzählt Stefan Meier vom Verein Rückenwind. Ausgesucht hat man sich die Familie Lübschütz. "Zu dieser Familie ist am meisten bekannt, so dass wir die Route gut umsetzen können", erklärt er.

Gemeinsam mit der Schulsozialarbeiterin der Förderschule Pestalozzi, Maria Gröber, wurde die Idee zur Route in einem Projekt umgesetzt. Auf insgesamt acht Stationen, die mittels GPS-Gerätes und dem Lösen von Fragen in der Altstadt Schönebecks gefunden werden können, erfährt man, wie die Familie Lübschütz in Schönebeck lebte und welches Schicksal sie ereilte. Einige der Stationen sind beispielsweise der Frisör der Familie, der sie mit Machtübernahme der Nazis nicht mehr frisieren wollte oder durfte, die Badeanstalt, in die sie nicht mehr eingelassen wurde oder aber auch die Mädchenvolksschule, die Jutta Lübschütz besuchte.

"Wir sind die Route bisher im Rahmen des Projektes vier Mal abgelaufen", berichtet Stefan Meier. "Es hat alles gut geklappt, und nun möchten wir die Tour offiziell für jeden, der Geocaching betreibt, freischalten."

Dazu ist noch ein gewisses Prozedere vonnöten. Ein Geocaching-Administrator für den Bereich Sachsen-Anhalt muss die Route abnehmen. Er schaut sich das Konzept an und auch, ob die erste Koordinate des Multicaches (da es acht Stationen sind, handelt es sich um einen sogenannten Multi-Cache) nicht mit den Koordinaten einer bereits bestehenden Route kollidiert. Sollte alles ok sein, wird die Route offiziell auf www.geocaching.com zu finden sein. "Ich hoffe, dass das bis Februar geschafft ist," ist Stefan Meier zuversichtlich.