Sobald es das Wetter zulässt, soll mit den Bauarbeiten zu Marktumgestaltung und in der Geschwister-Scholl-Straße in Schönebeck begonnen werden. Nach Prüfung sieht das Landesverwaltungsamt keine Fehler bei der Vergabe.

Schönebeck l Die Unterschriften sind unter den Verträgen. Jetzt steht dem Start der beiden großen Prestige-Baustellen in Schönebeck, Markt und Scholl-Straße, nur noch das Wetter im Weg. "Wir planen, im Frühjahr, sobald die Witterung es zulässt, mit den Arbeiten zu beginnen", sagt Oberbürgermeister Bert Knoblauch (CDU) im Pressegespräch. Ausschreibung, Vergabe und Verträge seien unter Dach und Fach. Ganz bewusst hat die Stadt darauf verzichtet, eine Winterbaustellen aufzureißen. "Der Eindruck in der Öffentlichkeit wäre nicht gut, wenn es Frost gäbe: Die Stadt fängt an, macht ein Loch auf, und dann muss alles ruhen gelassen werden. Das wollten wir vermeiden." Deshalb ist der Beginn für die Millionenprojekte in das Frühjahr mit beständigem Wetter gelegt.

Knoblauch: Vergabestelle hat sich bewährt

Bert Knoblauch ist froh, dass man nun beide Vorhaben in die Wege leiten kann. Zuerst hatte die verspätete Stadtratszusammensetzung dazu geführt, dass über Rat und Ausschüsse die Vergaben nicht wie geplant durchgeführt werden konnten. Nach der Entscheidung über die Baufirmen durch das Rathaus haben danach mitbietende Unternehmen, die nicht das Rennen gemacht hatten, eine Prüfung durch die dritte Vergabekammer des Landesverwaltungsamtes angestrengt. Sie sahen sich bei der Vergabe um den Markt, der komplett ausgeschrieben war, und die Geschwister-Scholl-Straße, hier geht es um den ersten Bauabschnitt, benachteiligt. Das war im Oktober und im November. In beiden Fällen hatte die Landesbehörde fristgerecht mehrere Wochen Zeit, um alles zu prüfen. Dabei wurden Verfahren und Ergebnis der Ausschreibung betrachtet, alles ins Verhältnis zu den gesetzlichen Bestimmungen in Sachsen-Anhalt gesetzt.

Dem Rathaus hat das Land jetzt mitgeteilt, dass alles ordnungsgemäß gelaufen sei. Für Verwaltungschef Knoblauch eine gute Nachricht. "Es zeigt, dass sich die Einrichtung der Vergabestelle innerhalb der Verwaltung bewährt hat." Diese Stelle ist ganz neu. Von ihr aus werden alle Vergaben der öffentlichen Hand in der Elbestadt gesteuert. Bert Knoblauch spricht vom "Sechs-Augen-Prinzip". Denn die Fachämter, im Fall von Markt und Schollstraße der Baubereich, würden alles vorbereiten - die Vergabestelle die Ausschreibung, von der Angebotseinholung bis zu den Bietergesprächen, durchziehen - und das Rechnungsprüfungsamt schließlich alles kontrollieren.

Stadt investiert Millionen in Bauprojekte

Unstrittig bleibt, dass sich durch die Verzögerungen auch die Bauzeiten verändern - wie weit, dass sei noch nicht abzusehen, hieß es. Bert Knoblauch glaubt, dass am Markt wenigstens bis ins Frühjahr 2016 hinein gebaut wird. Die Kosten belaufen sich hier auf 3,4 Millionen Euro. Stadtwerke und Abwasserentsorgung Schönebeck (AbS) sind als Partner im Boot und verlegen neue Medien. An der Scholl-Straße wird in mehreren Bauabschnitten zwei Jahre gearbeitet. Dann, so der Oberbürgermeister, sei der Straßenkörper fertig. Die Nebenanalgen - Gehwege, Grünanlagen und Co. - würden dann in mehreren Abschnitten noch einmal fünf Jahre in Anspruch nehmen. Die Kosten belaufen sich hier auf insgesamt 3,8 Millionen Euro.