Mit einer Dankeschön-Veranstaltung haben die Turnerinnen des Schönebecker Sportclubs alle Sponsoren des vergangenen Jahres ganz fest an ihre Herzen gedrückt. Dank der Zuwendungen konnten eine sogenannte Airtrackbahn und neue Trikots angeschafft werden.

Schönebeck l Als Sabine Dirlich am Mittwochnachmittag in der Sporthalle in der Berliner Straße eintrudelte, gönnte sie sich nach einer langen Sitzung zuvor erst einmal einen Kaffee. Ihre Lebensgeister wurden dann aber auf noch ganz andere Weise geweckt. Die Abteilung Turnen des Schönebecker Sportclubs (SSC) hatte ein Programm vorbereitet - und das machte auf jeden Fall munter.

"Wir möchten uns bei unseren Sponsoren für die Spenden bedanken, die wir 2014 erhalten haben", erklärte im Vorfeld Brigitte Brock, die langjährige Übungsleiterin der Turner, gegenüber der Volksstimme. Immerhin konnte sich die Abteilung jetzt einen Schwungboden anschaffen, der mit 5000 Euro zu Buche schlägt. Der fachlich korrekte Ausdruck lautet Airtrackbahn: eine Art Luftmatratze, allerdings von großem Ausmaß. Der Vorteil ist, dass die Übungen auf dieser Unterlage sehr gelenkschonend ausgeführt werden können. Und mehr Spaß macht es auf der Airtrackbahn auch, weiß Brigitte Brock. Die Anschaffung ist also wie eine Art Sprung in eine neue Dimension des Trainings.

Die Spenden reichten auch für die Anschaffung neuer Trikots aus.

Danke sagen wollen die Turnerinnen (von knapp 70 Mitgliedern der Abteilung sind übrigens alle weiblich und nur fünf im Erwachsenenalter) deshalb öffentlichkeitswirksam gegenüber dem Hauptsponsor, das sind die Stadtwerke Schönebeck, gegenüber der Stadt, die Fördermittel gab, gegenüber der JTS Haustechnik und der Landtagsfraktion Die Linke für ihre Spenden.

Alles in allem kam genügend Geld zusammen, um zudem neue Trikots anzuschaffen. Das wurde aber auch Zeit. Die bisherige Sportkleidung war fast 20 Jahre alt. Da lässt sich in Abwandlung einer Ballade von Theodor Fontane nur festhalten: "Ich hab es getragen 20 Jahr - ich kann es nicht tragen mehr..."

Dazu muss gesagt werden, dass zwar das Hauptaugenmerk der Turnerinnen auf dem rein sportlichen Aspekt liegt, sie aber auch tänzerische und akrobatische Übungen in das Training einbauen und mit ihren Choreografien allerorten auftreten, wie zum Beispiel beim 1.-Mai-Fest auf dem Bierer Berg. Es ist eine Freude zuzusehen. Das empfanden auch die Gäste des Nachmittags so, zu denen neben Sabine Dirlich die für den Sport in Schönebeck verantwortliche Verwaltungsmitarbeiterin Birgit Zellmer gehörte. Auf der Zuschauerseite saßen zudem viele Eltern und Geschwister der Turnerinnen, die sich dieses Dankeschön-Programm nicht entgehen lassen wollten. Es dürfte ein Beleg dafür gewesen sein, dass sich all` die Mühen tatsächlich lohnen. Trainerin Petra Jänichen stellte denn auch klar: "Um überzeugende Leistungen bringen zu können, ist ein Training zweimal in der Woche nötig." Und überzeugend sind die Leistungen der SSC-Damen unbestritten, schließlich befinden sich mehrere Landesmeisterinnen in ihren Reihen.

Petra Jänichen hat allerdings auch jenseits des Turnens Talente: Damit der Preis für die neuen Trikots nicht noch höher ausfällt, hat sie die dazugehörenden Hosen kurzerhand selbst genäht. Einspareffekt: 1000 Euro.

Die Abteilung Turnen ist die älteste beim alteingesessenen SSC. Selbstverständlich können hier auch Jungen und Männer trainieren, doch die entscheiden sich offensichtlich in der Regel für andere Sportarten.

   

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