Nach der Errichtung des Feuerwehrgerätehauses haben die Bauarbeiten am Wispitzer Weg nicht aufgehört. In unmittelbarer Nachbarschaft bereitet eine Magdeburger Abbruchfirma die Fläche einer alten Stallanlage für deren neue Nutzung vor. Sonnenkollektoren sollen dort einmal Strom produzieren.

Schwarz l Die große Baustelle am Wispitzer Weg könnte mit einer altägyptischen Mondlandschaft beschrieben werden. Überall auf dem Gelände der ehemaligen Stallanlage mit ihren zahlreichen Gebäuden türmen sich nun kleine Pyramiden aus Steinen auf.

Aus Betonfundamenten wird Schotter gemacht

Mario Erxlebe und Lutz Kapusta sind die Erschaffer dieser unwirklichen Landschaft. Sie sind zwei Arbeiter einer Magdeburger Abbruchfirma. Ihre Aufgabe ist es, die Stallreste, die eine Vorgängerfirma niedergerissen und übrig gelassen hat, fachgerecht aufzubereiten. "Dazu gehören vor allem Fundamente und Platten aus Beton sowie Stahlbeton", erklärt Lutz Kapusta. Das Herzstück ihrer Arbeit ist eine beeindruckende schwedische Maschine auf Raupen: 14 Meter lang, 3,20 Meter hoch und 32 Tonnen schwer. "Das ist unser Brecher", erklärt Kapusta fast schon liebevoll, zu der Maschine, die korrekt mobiler Backenbrecher bezeichnet wird. Kapusta lässt von seiner Baggerschaufel große Betonbrocken in das rote Brechmaul fallen. Rüttelnd fällt es durch einen Trichter in den eigentlichen Mahlraum, wo es in Steinchen zerkleinert wird, die schließlich über ein Förderband auf besagte Pyramiden gestapelt werden. "In dieser Form kann das aufbereitete Material wieder als Baurohstoff verwendet werden", erklärt Kapusta.

Schritt für Schritt verschwinden damit die Spuren der einstigen landwirtschaftlichen Nutzung. Calbes Stadtrat hatte im Juni 2013 beschlossen für das Stallgelände einen neuen Bebauungsplan aufzustellen, der im April 2014 beschlossen wurde. Zuvor musste als Bedingung der Flächennutzungsplan der Stadt für dieses Gebiet von einer landwirtschaftlichen Fläche in eine Sondernnutzungsfläche ausgewiesen werden.

Ein Investor plant an dieser Stelle die Errichtung einer großen Photovoltaik-Freiflächenanlage und übernimmt die Baureifmachung des Gebiets über einen städtebaulichen Vertag auf seine Kosten. Angesichts der chronisch klammen Stadtkasse eine wichtige Voraussetzung dafür, dass überhaupt eine bauliche Entwicklung stattfinden kann.