Schönebeck l Ein kleines Zwei-Familien-Haus in der Wilhelm-Hellge-Straße in Schönebeck. Im Vorgarten ein Quittenbaum. Das Ehepaar, das hier zu seiner Goldenen Hochzeit geladen hat, heißt - treffender könnte es nicht sein - Quittenbaum. Eines Tages hatte die Jubilare ein Anruf erreicht. Ein Herr Quittenbaum aus Kanada stellte sich als Hobby-Ahnenforscher vor. Seither wisse man, so erzählt Maritta Quittenbaum (70) stolz, dass die Wurzeln ihres Namens irgendwo in den Niederlanden liegen. Es ist einer Begegnung mit ihrem späteren Ehemann Klaus Quittenbaum 1963 zuzuschreiben, dass die 70-Jährige sich heute so sehr an ihrem Zunamen erfreuen kann.

Zum Frauentag am 8. März 1963 waren sie sich erstmalig auf dem Flughafen Schkeuditz begegnet. Maritta Quittenbaum verkaufte belegte Brötchen und Kaffee. Klaus Quittenbaum hatte Hunger. Der Rest ist Geschichte. Den heute 74-Jährigen aus Westerhüsen hatte seine Tätigkeit als Berufsfeuerwehrmann auf den Flughafen verschlagen. Die 70-Jährige stammt gebürtig aus der sächsischen Gemeinde Wiedemar in der Nähe von Delitzsch.

Bei der ersten gemeinsamen Verabredung überzog er die Sperrstunde bei der Feuerwehr - und bekam Ärger. Doch ihm war es herzlich egal. Klaus und Maritta Quittenbaum waren ein Paar. 1964 dann holte der Westerhüsener seine zukünftige Frau"raus", wie er es formuliert, zu sich ins Salzland.

Lang dauerte es dann nicht mehr, bis die zwei sich am 13. Februar 1965 das Ja-Wort gaben. Das Ehepaar Quittenbaum bekam einen Sohn, Maritta Quittenbaum begann wieder in der Textilbranche zu arbeiten, der gelernte Tischler Klaus Quittenbaum kehrte zu seinen Wurzeln zurück und arbeitete fortan im Ernst-Thälmann-Werk in Magdeburg. 2003 zogen die beiden nach Barsinghausen (Niedersachsen) um. Das Kapitel währte nur bis 2009, eigenartig fremd hätten sie sich gefühlt, sagt Klaus Quitten baum.

Nun ist das Paar in Schönebeck sesshaft geworden. Seine "Zarte", wie er seine Ehefrau nennt, ergänzt, man schätze die Nachbarschaftshilfe und die Menschen in Schönebeck. Die Mentalität der Leute hier stehe ihnen näher als das in Niedersachsen der Fall gewesen sei. Die Quittenbaums haben in der Elbestadt "alles, was man braucht", um glücklich zu werden, dazu gehören auch zahlreiche Hobbies. Maritta strickt und näht gern, Klaus hilft hin und wieder als Zimmermann aus. Zudem kann er sich in seiner Freizeit für Strickbilder und Gartenarbeit begeistern. Gefeiert wird dann aber doch lieber gemeinsam - im Restaurant "Am kleinen Waldsee" in Plötzky wird das Jubiläum mit zehn Gästen begangen.

Und wie lautet denn nun das Erfolgsrezept für eine glücklich Ehe? "Wir haben den gleichen Humor" bekunden beide unisono und blicken sich dabei tief in die Augen. Eine Hochzeitsreise haben sie nach der Trauung 1965 übrigens nicht unternehmen können, sagt Maritta Quittenbaum. Dafür steht als Nachtrag zur Goldenen Hochzeit in diesem Jahr eine Reise ins spanische Andalusien an. Den geliebten Quittenbaum vor dem Fenster werden sie dort allerdings gegen einen Olivenhain eintauschen müssen. Alles Gute zur Goldenen Hochzeit wünscht die Volksstimme-Redaktion.