Vor einigen Wochen ist bekannt geworden, dass das Schönebecker Freibad in der Barbarastraße diesen Sommer vermutlich geschlossen bleibt. Die Aufregung und das Unverständnis über diese Entscheidung ist unter den Schönebeckern groß. Volksstimme hat jene befragt, die es vermutlich am meisten betrifft: Jugendliche.

Schönebeck l "Das ist ... also wirklich ... Da fehlen mir regelrecht die Worte", kann es Justin Jung nicht fassen, als er davon erfährt, dass das Schönebecker Freibad in der Barbarastraße diesen Sommer geschlossen bleiben soll. Viele teilen sein Unverständnis, wie an den zahlreichen Wortmeldungen und Leserbriefen, die die Volksstimme die letzten Tage und Wochen veröffentlich hat, abzulesen ist.

"Gerade für die vielen Kinder, die da immer so viel Spaß haben, ist es jammerschade. Man muss ja auch bedenken, dass nicht jeder die Möglichkeit hat, in den Ferien wegzufahren und Urlaub zu machen. Gerade für die ist es richtig schlimm, wenn das Freibad schließt", bringt es der 18-jährige Justin noch mehr auf den Punkt. "Man sieht ja auch anhand der Zahlen, wie beliebt das Freibad ist!"

Die Besucherzahlen sprechen in der Tat eine deutliche Sprache: 2010: 12150, 2011: 6000, 2012: 10222, 2013: 14800, 2014: 7067. Das sind im Schnitt 10047 Besucher. Und das nur immer in den sechs Wochen der Sommerferien, an denen das Freibad geöffnet hat.

Doch die Stadtverwaltung muss auf Grund des desolaten Zustandes des Freibades handeln. 2014 gab es einen Zwischenfall, bei dem Chlorgas aus der Wasseraufbereitungsanlage austrat und sich dabei ein Kind Verletzungen zugezogen haben soll. Ebenso sind Wasserleitungen am Spaßbecken defekt, und aus dem Schwimmbecken versickern täglich etwa sieben Kubikmeter Wasser. Manch einer munkelt, dass mit der Sanierung des Freibades, dann auch das Grundwasserproblem in Felgeleben gelöst wäre ...

Trotz eines deutschandweiten Aufschwungs, der Steuergelder in ungeahnter Höhe in die Staatskassen schwemmt, sieht es in Schönebecks Stadtkasse eher mau aus. Die Stadt kann es sich somit derzeit eigentlich nicht leisten, dass Freibad zu sanieren. 175000 Euro Kosten stehen im Raum. Daher soll es vorerst für diesen Sommer geschlossen bleiben. So wurde es anfangs vermittelt. Doch es könnte noch schlimmer kommen.

Die Stadträte sollen am 19. März darüber entscheiden, ob das Freibad eventuell für immer geschlossen bleibt, da die Stadtverwaltung das Inventar des Bades verkaufen möchte. Das wäre es dann mit dem Freibad in Schönebeck gewesen. Die Volksstimme hat Kinder und Jugendliche Schönebecks gefragt, was sie davon halten.

   

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