Ein Autorasthof bei Welsleben soll die landwirtschaftlich geprägte Gemeinde Bördeland wirtschaftlich aufwerten. Doch das Vorhaben ist ins Stocken geraten - wegen der fraglichen Finanzierung und Grundstücksfragen.

Biere l Von der Landwirtschaft geprägt ist die Gemeinde Bördeland. "Hier sind wir schlagkräftig mit vielen Landwirten, die auch Arbeitgeber sind", sagt Bernd Nimmich, Bürgermeister der Gemeinde Bördeland. Damit bezieht er sich auf die wirtschaftliche Ausrichtung der Gemeinde. "Der Gewerbeanteil bei uns ist gering", sagt er. In der Überzahl befinden sich die Landwirte, die rund 90 Prozent der Wirtschaftskraft in Bördeland ausmachen. Nichtsdestotrotz gibt es in der sieben Ortsteile zählenden Gemeinde Gewerbegebiete. Diese sind in Welsleben sowie in Biere ausgewiesen.

Vor allem das bei Welsleben ist ein zukunftsträchtiges Gebiet. Denn hier ist eigentlich der Bau eines Rasthofes geplant. Für die Fläche direkt an der Autobahn gibt es mehrere Interessenten, die einen Schnellimbiss sowie Casino anbieten wollen. Den Planungen nach sollen außerdem 80 Lkw-Stellplätze entstehen. Denn Hintergrund der Initiative ist, dass entlang der Autobahn14 Standflächen für Lkw gebraucht werden.

Vor rund zwei Jahren kam das Thema groß auf. Auch bei Staßfurt, genauer gesagt bei Brumby auf der anderen Autobahnseite sollte ein Rasthof entstehen. Doch nun liegt das Thema wohl mehr oder weniger auf Eis.

"Das ist ins Stocken geraten", sagt Georg Skorsetz, Bauamtsleiter in der Gemeinde Bördeland. Wie so oft liegt es am Geld. "Die äußere Erschließung würde rund eine Million Euro kosten", sagt Georg Skorsetz und meint damit unter anderem die Zuwegung zu dem Gebiet, das sich entlang der B246a zwischen A14 und Welsleben erstreckt. Eine Summe, die die Gemeinde Bördeland nicht aufbringen kann. Gleichzeitig ist es eine Summe, die die Investoren nicht übernehmen wollen. Denn die äußere Erschließung betrifft nicht den Rasthof an sich. Sondern das drumherum. Und das Land - auch wenn der bedarf von Lkw-Stellplätzen selbst in den höheren Hierarchien erkannt wird - will für dieses Thema keine Förderung geben.

Ein weiteres Problem neben der Finanzierung sei in der Zwischenzeit ebenfalls aufgetreten. "Ins Stocken geraten ist das Vorhaben außerdem, weil die privaten Flächenverkäufer und Investoren nicht übereingekommen sind", berichtet Georg Skorsetz weiter.

Der Bauamtsleiter ist sichtlich enttäuscht, dass sich bei dem Vorhaben seit zwei Jahren nicht wirklich etwas getan hat. "Wir hatten für jeden Bereich einen Investor an der Hand, das hat man so nicht immer", sagt er.

Die Hoffnung aufgeben will Bernd Nimmich aber nicht. Grund genug hat er. "Denn wir stehen noch in Kontakt mit den Investoren", sagt der Bördeland-Bürgermeister. Die rund neun Hektar große Fläche, um die es hierbei geht, ist längst - seit 1990 - als Gewerbefläche ausgewiesen. "Und wir wollen, dass das mit Leben erweckt wird", sagt er. Er sieht für die Gemeinde eine gewisse Verpflichtung.

Sein Plan: "Nun muss sich der Ortschaftsrat von Welsleben zu diesem Thema noch einmal positionieren", sagt Bernd Nimmich. Ansonsten, so der Bördeland-Bürgermeister, müsse die gewerbliche Fläche wieder in landwirtschaftliche Fläche umgewidmet werden.

Doch daran mag der Bürgermeister eigentlich nicht denken. "Der Autohof wäre ein guter Start", sagt er und sieht die Investoren, die Bördeland grundsätzlich schon an der Hand hat, als Chance und "lukratives Angebot" für die Gemeinde.