Ein als Kinderheim genutztes Haus in Zens ist am Sonnabend teilweise abgebrannt. Das Feuer brach am Abend etwa gegen 21.50 Uhr im Dachstuhl des dreistöckigen Gebäudes aus. Zum Glück zog sich niemand Verletzungen zu, der Sachschaden dürfte im sechsstelligen Bereich liegen.

Zens/Grünewalde l Es war ein Schreck in der Abendstunde: Am Sonnabend ist ein als Kinderheim genutztes Mehrfamilienhaus in Zens teilweise ein Raub der Flammen geworden. Gegen 22 Uhr ging bei der Polizei der Notruf ein, dass der Dachstuhl des Hauses in der Bördestraße 13 brennt. Zur Brandbekämpfung rückten zuerst die Ortsfeuerwehren Kleinmühlingen und Zens aus, hinzu kamen außerdem Einsatzkräfte der Ortswehren Großmühlingen, Welsleben, Biere und der Freiwilligen Feuerwehr Calbe. Insgesamt waren 45 Kameraden beteiligt, verletzt wurde beim Brand und beim Einsatz niemand.

Zum Zeitpunkt des Brandausbruchs waren fünf Kinder und Jugendliche im Alter von 9 bis 17 Jahren im Haus sowie eine erwachsene Person. Die Betreuerin brachte die Schutzbefohlenen in Sicherheit, informierte die Feuerwehr und stellte den Strom im Haus ab. Zwei weitere Betreuer kamen umgehend zur Unterstützung herbei. Kameraden der Ortswehr Biere brachten die Kinder und Jugendlichen in der Nacht in ein Ausweichqartier nach Schönebeck.

Neben der Freiwilligen Feuerwehr Calbe, die über eine beim Einsatz benötigte Drehleiter verfügt, wurde auch die Ortswehr Welsleben nachgeordert. Die ehrenamtlichen Helfer unter Leitung von Mario Brych (vier Welsleber Kameraden waren in der Nacht vor Ort) brachten einen leistungsstarken Nasssauger mit. Der Löschwassereinsatz hatte zur Folge, dass in allen Etagen und sogar im Keller das Wasser in den Räumen stand. "Der Einsatz unseres Saugers hat aber einiges gebracht", versicherte Mario Brych gestern.

Betreiber des Heimes - es handelt sich um eine familienähnliche Wohngruppe - ist der Verein Nestwärme e.V. Dessen Geschäftsführer Remo Kannegießer sagte gegenüber der Volksstimme: "Die Feuermeldeanlage hat funktioniert. Es gab keine Kindeswohlgefährdung. Die betroffenen Kinder und Jugendlichen sind in anderen Einrichtungen unseres Vereins untergebracht worden." Wie es zu dem Brand kam, der allem Anschein nach im Dachstuhl des dreistöckigen Wohnhauses ausgebrochen sein muss, ist vorerst unklar. Abschnittsleiter Uwe Tandler konnte dazu gestern keine gesicherten Angaben machen. Brandursachen-ermittler werden die Spuren nun auswerten. Der Sachschaden dürfte im sechsstelligen Bereich liegen. Das Haus ist derzeit unbewohnbar.

Bereits Freitagnachmittag hatte es in Schönebeck einen Feuerwehreinsatz gegeben. In Grünewalde brannten zwei Gartenlauben (die Volksstimme berichtete). Eine Laube brannte nieder, die nebenstehende wurde teilweise zerstört. Nach bisherigem Ermittlungsstand wird von Brandstiftung ausgegangen. Der geschätzte Sachschaden liegt im fünfstelligen Bereich.

Am selben Abend zollte Schönebecks Stadtwehrleiter Ronald Mühlsiegel dem Miteinander der fünf am Einsatz beteiligten Schönebecker Wehren Beifall. Die Abstimmung habe einwandfrei funktioniert, allein Blicke hätten für eine Verständigung untereinander genügt, lobte Mühlsiegel während der Jahreshauptversammlung der Ortsteilfeuerwehr Elbenau (dazu mehr in einer der nächsten Ausgaben).

Auch im Fall der Laubenbrände von Grünewalde hat die Kriminalpolizei die Ermittlungen aufgenommen. Wer Hinweise zu diesem Brand geben kann, wende sich an die Polizei unter der Rufnummer (03471)3790.

   

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