Schönebeck l Das hatte Schönebecks Oberbürgermeister Bert Knoblauch (CDU) in den vergangenen Tagen auch schon anders erlebt. Nach dem Abarbeiten der Tagesordnung im Hauptausschuss lobte er die anwesenden Stadträte für ihre kompetenten Redebeiträge und die konstruktive Kritik. Im Mittelpunkt des Ringens nach einer Lösung stand erneut die Beschlussvorlage Nummer 0107/2015: "Einstellung des Betriebes des Städtischens Freibares, Barbarastraße 21a".

Die Diskussion machte deutlich: Allen Stadträten aller Fraktionen fällt eine Entscheide in welche Richtung auch immer nicht leicht. Zwischen den Zeilen und deutlich von Stadtrat Thoralf Winkler (Bündnis 90/Die Grünen) war zu hören: Warum schlägt die Stadt eigentlich die konsequente Schließung des Freibades vor und bietet den Räten keine Alternativlösungen an? "Sie merken doch: Wir tun uns schwer damit. Nicht nur die Schließung des Bades sollte im Beschluss aufgezeigt werden, sondern auch eine tragfähige Alternative vorgeschlagen", forderte Thoralf Winkler.

Dem stimmte auch Stadtrat Udo Simon (Fraktion Die Linke) zu. Langfristig komme der Stadtrat nicht um eine Entscheidung herum. "Aber ich glaube: Keiner will die Schließung. Vielleicht gibt es aber bis zur nächsten Stadtratsitzung Ideen", formulierte es Simon in der Hoffnung, dass die Verwaltung nicht nur einfach die Schließung zur Diskussion stellt, sondern andere Möglichkeiten aufzeigt. Auch Frank Schiwek (SPD) entwickelte eine ähnliche Sichtweise. Ihm falle es schwer, sagte er, eine endgültige Entscheidung treffen zu müssen.

Doch damit hat sich vor allem die Kämmerei schon in der Vergangenheit immer wieder schwergetan. Ein Beispiel: Geht es um übermäßige Ausgaben im Haushalt und wird gefordert, Einsparpotenziale zu finden, schiebt die Verwaltung den Schwarzen Peter immer häufiger den Stadträten zu. So auch jetzt wieder in Sachen Freibad.

Was ist also sinnvoll und was nicht? Darüber sinniert auch der Oberbürgermeister, der zudem in der Bedrängnis ist, keine übertriebenen Erwartungen zu wecken. Zumindest eine Idee scheint vom Tisch zu sein: dass die Stadtwerke Schönebeck das Freibad in der Barbarastraße übernehmen. Das Konstrukt in Zerbst zwischen den Stadtwerken und der Stadt, so wie von Stadtrat Mark Kowolik (parteilos) vorgeschlagen, sei nicht auf Schönebeck übertragbar. Dem stimmte auch Torsten Pillat (CDU) zu: "Wir müssen mittelfristig eine Lösung finden. Vielleicht sind bis zum Stadtrat Änderungsanträge zu erwarten."

Lösungsvorschläge, Änderungen und die Idee, das Bad nur befristet zu schließen, wie es Frank Schiwek vorschlug -darüber machen sich die Stadträte nun Gedanken. Ob sie am Ende zielführend sein werden, ist fraglich. "In den nächsten drei Jahren haben wir keine Investitionen geplant", machte Oberbürgermeister Knoblauch deutlich. Doch diese wären nun dringend erforderlich.

Parallel zur Zukunftssicherung des Freibades denken einige Stadträte auch über Konsequenzen nach. Sie fragen sich: Was ist nach dem Unfall an Sicherheitsmaßnahmen passiert? Warum wurde der Stadtrat erst in diesem Jahr von der möglichen Schließung unterrichtet? Und: Wer in der Stadtverwaltung trägt für das alles die Verantwortung?

   

Bilder