Seit Januar heißt es im Gymnastikraum des Jugendclubs Young Generation jeden Freitag für anderthalb Stunden "Fäuste hoch und Verteidigungsposition eingenommen". Jenia Dimitrov, Kampfsporttrainer aus Magdeburg, gibt kostenlosen Unterricht.

Schönebeck l "So, Fäuste hoch und immer schön auf die Deckung achten! Links - Kick! Rechts - Kick! Auf die Fußstellung achten! Sehr gut!" So und so ähnlich klingt es seit Januar jeden Freitag im kleinen Gymnastik- und Sportraum des Jugendclubs Young Generation vom Verein Rückenwind. Die Anweisungen gibt Jenia Dimi- trov, der in Magdeburg das "Athletic-Gym" betreibt und nun seit mehreren Monaten Kinder und Jugendliche im Club ehrenamtlich trainiert.

"Ich hatte die Aktivitäten des Clubs schon länger bei Facebook verfolgt. Ich finde es fantastisch, wie hier Kinder und Jugendliche mit den unterschiedlichsten Hintergründen und Kulturkreisen gemeinsam ihre Freizeit verbringen. Und da ich sehr gern mit Kindern zusammenarbeite, habe ich meine Hilfe angeboten", erzählt der gebürtige Ukrainer von den Anfängen der Kickbox-Trainingseinheiten.

"Wir fördern seit jeher das Miteinander der unterschiedlichen Kulturkreise hier im Club", berichtet Trixi Ziener, Leiterin des "Young Generation". "Der Ansatz von Jenia, Disziplin, Freundschaft und Respekt vor einander über den Sport zu fördern, wird sehr gut von den Kindern und Jugendlichen angenommen. Wir sind Jenia sehr dankbar dafür", freut sich sie sich über den Einsatz des Kampfsporttrainers.

"Jenia erklärt uns, dass das Erlernte nur im absoluten Notfall als letzter Ausweg eingesetzt werden sollte. Vielmehr sollen wir mit Worten deeskalierend wirken", erzählt die 18-jährige Marie Stephanie Joch, die mit Begeisterung am Training teilnimmt. Begeistert ist auch die elfjährige Merita Arifi: "Er zeigt uns, wie wir uns verteidigen können. Aber wir sollen zuerst immer versuchen, alles mit Worten zu regeln oder einfach weggehen."

Die Resonanz und die vielen Anfragen für das wöchentliche Training sind so groß, dass der Platz des kleinen Gymnastik- und Sportraumes nicht mehr ausreicht. "Wir haben uns daher vorgenommen, einen Teil der ehemaligen Videothek, die hinten an den Club angrenzt, zu einer kleinen Sporthalle umzubauen. Das Ganze soll rein aus Spenden finanziert werden", schaut Trixi Ziener in die Zukunft.

Das Konzept ist bereits erarbeitet und Kontakt zu einigen potenziellen Sponsoren wurde hergestellt. Allerdings ist die Summe für den Umbau nicht gerade klein. Um die 40 000 Euro schweben im Raum. "Da die kleine Halle später allen Kindern und Jugendlichen Schönebecks zur Verfügung gestellt werden soll, hoffen wir natürlich auch insbesondere deswegen auf viele Spenden. Dann sind dort alle möglichen sportlichen Aktivitäten denkbar", blickt Trixi Ziener voraus.