Neben ihrer Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin hat die 22-jährige Susann Paul im September 2014 ein Studium begonnen. Das nennt sich Health Care Studies und geht über sechs Semester. Die Volksstimme wollte von der jungen Frau wissen, wie sie Ausbildung und Studium unter einen Hut bekommt.

Schönebeck l Genug ist nicht genug. Da geht noch was. Das ist, salopp ausgedrückt, die Herangehensweise von Susann Paul an ihre berufliche Karriere. Seit knapp zwei Jahren erlernt sie am Schönebecker Ameos Klinikum den Beruf der Gesundheits- und Krankenpflegerin. Im September vergangenen Jahres begann sie zusätzlich ein Studium. Das nennt sich Health Care Studies, geht über sechs Semester (drei Jahre) und ist an der Fernhochschule Hamburg angesiedelt. Zum Glück für die 22-Jährige haben die Hamburger in Aschersleben einen Standort, so dass die Magdeburgerin zu den Vorlesungen lediglich an die Eine statt an die Alster fahren muss.

"Ohne Studium wäre mein Abitur ja sinnlos gewesen."

Susann Paul, Auszubildende und Studentin

Nach dem Abschluss des Studiums mit dem Bachelor of Science kann Susann Paul zum Beispiel die Leitung einer Station übernehmen. Auch andere Bereiche stehen ihr offen, wie der der Prävention, der Beratung oder der Statistik. "Ich werde mich zum Ende des Studiums entscheiden", lässt sich die junge Frau Zeit. Das Studium an sich sei fachlich ähnlich ausgelegt wie die Ausbildung, nur intensiver. Auf die Frage, warum sie sich diese doch zusätzliche Belastung zumutet, verweist Susann Paul schlicht und einfach auf den Fakt, dass sie das Abitur in der Tasche hat. "Ohne Studium wäre das ja sinnlos gewesen." Allerdings sei auch für junge Leute ohne Abi ein solches Studium möglich, dann aber erst nach einem Aufnahmetest, sagt sie.

Die Vorlesungen werden an Wochenenden gehalten, jedoch mit Pausen von mehreren Wochen zwischendurch. "Es ist viel Selbststudium", macht Susann Paul darauf aufmerksam, dass ohne Selbstdisziplin diese Hürde nicht zu nehmen ist. Bislang gestaltet sich das zusätzliche Studium noch relativ entspannt. "Wir haben erst eine Prüfung geschrieben. Jetzt haben wir aber bereits Praxisaufträge bekommen und das Thema für eine erste Hausarbeit", verdeutlicht sie, dass die Anforderungen steigen.

Die Lehrschwester am Schönebecker Ameos Klinikum ist Ingeburg von Damaros. Für das Schönebecker Haus sei diese Form eines dualen Studiums neu, sagt sie und begrüßt zugleich diese Variante der Ausbildung. Sie werde dazu beitragen, die Qualität der Pflege auf europäisches Niveau zu bringen. "Da liegen wir in Deutschland ein bisschen zurück", schätzt sie ein. Neben Susann Paul hat sich ein weiterer männlicher Auszubildender für das duale Studium entschieden. "Ich bin sehr stolz auf meine Schüler und ihr Engagement", betont Ingeburg von Damaros. Apropos männlicher Krankenpfleger: Manuela Recklebe von der Klinikleitung im Bereich Pflege möchte gerne junge Männer ermuntern, genau diesen Beruf zu ergreifen. Noch gilt diese Tätigkeit als typischer Frauenberuf. Für die tagtägliche Arbeit wäre es aber begrüßenswert, wenn der männliche Anteil zunimmt, ist sie überzeugt.

"Da waren wir ein super aufgestelltes Team."

Kliniksprecherin Cornelia Heller

Kliniksprecherin Cornelia Heller hatte sich übrigens kürzlich Susann Paul und eine weitere Auszubildende geschnappt, um im Trio beim Tag der offenen Tür am Schönebecker Gymnasium den Beruf des Gesundheits- und Krankenpflegers vorzustellen. "Da waren wir ein super aufgestelltes Team", findet die Sprecherin mit Hinblick auf die unkomplizierte Kommunikation zwischen den Auszubildenden und den Schülern. Auch bei dieser Gelegenheit zeigte Susann Paul also ihre Talente. Und nach dem Bachelor noch der Master? "Natürlich. Wenn ich etwas anfange, dann bringe ich es auch zu Ende", zeigt sie sich zielstrebig.