Auf große Resonanz ist eine Informationsveranstaltung zur geplanten Eindeichung von Gottesgnaden gestoßen. Ab dem dritten Quartal dieses Jahres rollen die Bagger an, teilten die Fachleute auf der Saaleinsel mit.

Gottesgnaden l "So voll war unser Aufenthaltsraum noch nie", freute sich Hagen Ecke von der Radwandererherberge "Saalehof" am Montagnachmittag im Vorfeld der Veranstaltung. Kein Wunder, denn das Thema gilt einem wahren Mammutprojekt, das alle rund 100 Einwohner Gottesgnadens betrifft. Mehr als 60 Interessierte waren der Einladung des Landesamtes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) gefolgt.

Vertreter des beauftragten Cottbusser Ingenieurbüros für Wasserbau erläuterten drei Teilvorhaben, deren Umsetzung im dritten Quartal, also ab Juni diesen Jahres, anlaufen sollen (siehe Grafik).

Schöpfwerk pumpt einen Kubikmeter pro Sekunde

So wird das bisherige Schöpfwerk, dessen Kapazitätsgrenze in der Vergangenheit zu schnell erreicht wurde, durch einen deutlich leistungsfähigeren Neubau ersetzt. Die Anlage soll im Ernstfall bis zu einen Kubikmeter pro Sekunde an Pumpleistung aufbringen. Sollte Gottesgnaden dann vom öffentlichen Stromnetz getrennt werden, soll ein Notstromaggregat den Weiterbetrieb sicherstellen.

Die Fachleute stellten klar, dass der Einsatz von mobilen Spundelementen, wie sie im Bereich der Gottesgnadener Fähre zum Einsatz kommen sollen, möglichst gering gehalten werden, da die entsprechenden Spundwände auch gewartet und die Einsatzkräfte von Wasser- und Feuerwehr vorgehalten und geschult werden müssten.

Aus dem Publikum kam der Hinweis auf ein mangelhaft funktionierendes Grabensystem und Schieber, so das Drängwasser nur beschwerlich abfließt. Bürgermeister Sven Hause nahm die Hinweise mit in die Stadtverwaltung. Zudem kooperiert der Abwasserzweckverband (AZV) "Saalemündung" mit der Landesbehörde, da die Abwasserdruckleitung unter Abschnitten eines Deichneubaus verläuft. Dazu würden weitere Gespräche geführt.

Aus aktueller Sicht kann noch nicht von einer kompletten Eindeichung gesprochen werden. Für eine Lücke im Deichneubau laufe noch ein entsprechendes Planfeststellungsverfahren.

Wie die konkreten zeitlichen Schritte des Deichbaus aussehen, darüber sollen die Gottesgnadener in einer weiteren Bürgerinformationsveranstaltung von LHW-Vertretern informiert werden.