Richtfest für die neue Salzhalle des städtischen Bauhofs. Nach rund vier Monaten Bauzeit ist der Rohbau fertig. Oberbürgermeister Bert Knoblauch hat gestern den letzten Nagel eingeschlagen. Der städtische Eigenbetrieb investiert 200 000 Euro.

Schönebeck l Die neue Salzhalle des städtischen Bauhofs hat Gestalt angenommen. Ihre stattlichen Maße sind jetzt gut zu erkennen. 12 mal 15 Meter misst das Bauwerk. Auf neun Meter Höhe bringt es die Lagerstätte. Die Salzhalle fällt auf im Gewerbegebiet Barbyer Straße.

Doch sie ist alles andere als ein Prestigebau für die Stadt und ihren Eigenbetrieb. Ihr Neubau soll den Winterdienst in Schönebeck nachhaltiger machen und dabei den ohnehin eng gestrickten Etat des Bauhofs entspannen helfen. Das betont Betriebsleiter Heinz-Werner Herrler während des Richtfestes am Mittwoch. "Mit einer eigenen Halle sind wir autark. Wir können das Salz für den Winterdienst einkaufen, wenn es günstig ist. Und wir können es fachgerecht lagern."

"Wenn wir rechtzeitig einkaufen, sparen wir bei bis zu 10 000 Euro."

Aus diesem Grund sei man als Bauherr auch das Wagnis eingegangen, im Winter zu bauen. Denn - im Mai will man fertig sein - dann könne der Bauhof noch Salz zu Sommerpreisen horten. Finanziell mache sich das deutlich bemerkbar. In den Sommermonaten koste die Tonne Streusalz rund 65 Euro. Je näher der Winter kommt, desto mehr steigen die Preise. Bis auf 85 Euro pro Tonne. "Wenn wir rechtzeitig einkaufen, sparen wir bei unseren Bedarfen bis zu 10 000 Euro." Geld, das der Bauhof ansonsten für die Leistung Winterdienst mit im Rathaus abrechnen müsste.

"Alles, was wir auf Lager haben, müssen wir im Winter nicht nachbestellen", fügt der Bauhofchef hinzu und berichtet von kalten Jahreszeiten, in denen es zu Lieferengpässen gekommen sei. "Der Anbieter hat Verträge und versorgt zuerst Bund und Land mit den vielen Autobahnen und Straßen. Die Kommunen stehen da in der Hierarchie hinten an und müssen lange warten."

Zu den Rechen- und Versorgungsbeispielen gesellen sich in der Argumentation Heinz-Werner Herrlers für einen Hallenneubau auch die technischen Aspekte. Bisher hatte sein Betrieb Platz in einer Halle angemietet. Hier lagerte das Salz. In seinen chemischen Verbindungen aggressiv, griff es besonders Beton- und Metallteile der Halle an.

Das stieß auf wenig Gegenliebe beim Vermieter und führte schließlich zur Kündigung. In der neuen Halle, ein Holzrahmenbau, findet das Salz keine Angriffsfläche. Es lagert zudem vor Feuchtigkeit geschützt.

Und wem das als Für einer neuen Halle nicht genügt, dem entgegnet Heinz-Werner Herrler mit einem augenzwinkernden Blick in den Himmel: Sonne, Regen, Hagel, Schnee wechselten sich ab - "Grund genug, um über den Winterdienst nachzudenken".

Gestern war Richtfest. Nach dem Zimmermannspruch von Nico Schönherr schlug Oberbürgermeister Bert Knoblauch den letzten Nagel ins Gebälk. "Ich wünsche, dass der Bau weiterhin gelingen und glücklich vollendet werden möge", so der Stadtchef. Das Argument, günstig Salz kaufen zu können, rechtfertige das Vorhaben. "Ich hoffe, dass so auch die Baukosten schnell wieder raus sind", sagt Bert Knoblauch.

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