Schönebeck/Aschersleben l Einen enormen Besucherandrang hat es am Mittwochnachmittag in der Geschäftsstelle der Salzlandsparkasse am Schönebecker Körnerplatz gegeben. Für rund 1000 Asylbewerber, die derzeit im Salzlandkreis untergebracht sind, war Zahltag. Um ihre Unterstützungszahlung nach dem Asylbewerberleistungsgesetz zu erhalten, suchten die Frauen und Männer zum ersten Mal die Sparkassenfilialen in Schönebeck und Aschersleben auf. "Bisher hat das Landratsamt die Auszahlungen allein geregelt", erläuterte Stefan König, Referats- leiter Kommunikation bei der Salzlandsparkasse. So hätten die Landkreismitarbeiter bisher entsprechende Summen abheben und an die Asylbewerber verteilen müssen.

Um die Hilfe unbürokratischer zu gestalten und den Flüchtlingen schnellere und einfachere Unterstützung bieten zu können, hat der Landkreis sich nun aber mit der Sparkasse zusammengetan. Jeweils zum Monatswechsel sollen ab sofort Sonderöffnungszeiten angeboten werden. "Mittwochs und freitags haben die Filialen in der Regel geschlossen. Dann können wir gesonderte Zeiten für die Asylbewerber anbieten", so Stefan König. Nachdem nun der Startschuss in Schönebeck und Aschersleben fiel, sollen ab Mai auch die Geschäftsstellen in Staßfurt und Bernburg geöffnet werden.

In Schönebeck waren am Mittwoch Ina Feickert und Toni Golz als Landratsmitarbeiter vor Ort. Sie glichen die Namen der Asylbewerber mit deren persönlichen Unterlagen ab und stellten ihnen Zahlungsscheine aus, mit denen das Geld schließlich abgehoben werden konnte. Den Termin für die Auszahlung hatten die Asylsuchenden vom Salzlandkreis erhalten. Zudem hatte die Sparkasse im Vorfeld kleine Ortspläne ausgehändigt, die den Flüchtlingen die Anfahrt erleichtern sollten. Im Foyer der Schönebecker Filiale war eine Tafel mit einem Willkommensgruß in verschiedenen Sprachen aufgestellt.

Sonderöffnungszeiten in allen großen Städten des Kreises geplant

Trotz guter Vorbereitung lief der erste Zahlungstermin jedoch etwas chaotisch ab. So drängelten sich zunächst viele Asylbewerber an den Schaltern der Sparkasse. "Es gibt sprachliche Hürden, denn die Flüchtlinge kommen aus verschiedenen Ländern, und wir sprechen nicht jede ihrer Sprachen", erläuterte Stefan König. Derartige Probleme lösten die Sparkassenmitarbeiter allerdings ganz spontan. So stellte sich ein Asylsuchen- der kurzerhand als Übersetzer zur Verfügung und forderte seine Landsleute auf, sich ordentlich aufzustellen. Ein zur Sicherheit engagierter Wachmann tat den Rest und trug zur ordnungsgemäßen Übergabe der Unterstützungsleistungen bei.

Die Ausgabe der Zahlungen in vier verschiedenen Geschäftsstellen der Salzlandsparkasse soll auch vorbeugenden Charakter haben. Bis Ende des Jahres werde sich die Zahl der Asylbewerber im Kreis voraussichtlich verdoppeln, so hieß es aus der Verwaltung. Dann würde die reine Abwicklung über das Landrats- amt allein noch größere Tücken mit sich bringen.