Schönebeck (ok) l Sie sorgen für Barrierefreiheit und sind auch noch hübsch anzusehen: Die neuen Aufzüge in der Berliner Straße 22 bis 27. Die Wohnungsbaugenossenschaft Schönebeck eG (WBG) reagiert mit dieser Modernisierung auf die demografische Entwicklung im Land. Denn der stetig wachsende Anteil an Senioren unter den WBG-Mietern macht es notwendig, erleichterte Zugänge zu den Wohnungen zu schaffen. "So können unsere Mieter auch im Alter in ihren Wohnungen bleiben", erklärt Vorstandsvorsitzender Detlef Eitzeroth.

Für den 34 Jahre alten Plattenbau in der Berliner Straße fand die WBG nun die perfekte Lösung. Dafür mussten Vorstand und Planungsbüro kreativ werden - und haben die Herausforderung richtig gut gemeistert.

So gut, dass auch Mieter aus Gommern auf das Projekt aufmerksam geworden sind und nun den abgeschlossenen Bau besichtigten. "Wir müssen uns ebenfalls damit auseinandersetzen, dass viele Mieter über 60 Jahre alt sind", erklärt Sylvia Camin den Besuch der Gommeraner in Schönebeck. Als Mitglied der Bürgerinitiative "Fahrstühle für die Völkerfreundschaft" (umgangssprachlicher Name eines Wohnblockes in Gommern) setzt sie sich für die barrierefreie Modernisierung des Wohnblockes an der Max-Planck-Straße ein. "Eine herkömmliche Lösung für den Anbau eines Fahrstuhles ist nicht an jedem Eingang gegeben. Die Konstruktion hier in der Berliner Straße jedoch scheint auch für uns anwendbar zu sein", so Sylvia Camin.

Die neuen Aufzüge wurden von außen an den Bau "angesetzt". Dafür war eine komplette Umgestaltung des Treppenhauses nötig: Keine Zwischenpodeste im Treppenhaus mehr, dafür ein direkter Zugang vom Fahrstuhl zur Wohnungstür und lichtdurchflutete Gänge. Besonders wertvoll für die Mieter: Auch die Kellerräume sind mit dem Fahrstuhl erreichbar. Ein großer Schritt auf dem Weg zur vollständigen Barrierefreiheit. Im Zuge der Umbauten wurde die Gegensprechanlagen modernisiert, der gesamte Hausflurbereich farblich neu gestaltet sowie die Außenfassade gedämmt. Insgesamt investierte die WBG Schönebeck 1,6 Millionen Euro in die umfassende Modernisierung.

In den vergangenen 17 Jahren hat die Wohnungsbaugenossenschaft (WBG) Schönebeck eG in ihren Wohnhäusern 150 Fahrstühle ein- oder angebaut. Inzwischen liegt die Ausstattungsquote mit Personenaufzügen bei rund 70 Prozent in Häusern mit mehr als vier Wohnetagen.