Calbe l Mittlerweile ist es um den Feuerteufel der Saalestadt glücklicherweise ruhig geworden. Seit Ende 2013 hatte er die Calbenser Bürger sowie Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei in Atem gehalten. Mehr als 40 Brandstiftungen gehen bis Ende 2014 auf sein Konto. Nun hat die Staatsanwaltschaft in Magdeburg die Ermittlungen in diesen Fällen abgeschlossen. Das Ergebnis: In fast allen Fällen wurden Verfahrenseinstellungen verfügt. Den Grund nennt Oberstaatsanwalt Frank Baumgarten: "Ein Tatnachweis war nicht zu führen." Den Juristen liegen keine objektiven Beweismittel vor, mit denen Tatverdächtige überführt werden könnten. Ohne "Handfestes oder Greifbares" könne die Staatsanwaltschaft nicht gegen vermeintliche Täter vorgehen. Vor allem bei Bränden sei die Beweisführung schwierig. "Beweisspuren werden nicht selten durch das Feuer vernichtet", so Baumgarten.

Nur in einem Fall konnten belastbare Beweise gesichert werden, die in Zusammenhang mit der Brandstiftung an einem Papiercontainer in der Barbyer Straße am Abend des 10. April 2014 gebracht werden. "Es konnte ein Tatverdächtiger ermittelt werden, gegen den zwischenzeitlich vor dem zuständigen Strafrichter in Schönebeck öffentliche Klage, also Strafbefehl, wegen Sachbeschädigung erhoben worden ist", erklärt Baumgarten. Eine gerichtliche Entscheidung darüber stehe aus. Fazit: Zahlreiche Brände - beispielsweise als am 29. Dezember 2013 auf dem ehemaligen Tengelmann-Parkplatz nur um ein Haar die schlafenden Insassen eines brennenden Lasters zu Schaden kamen - bleiben damit folgenlos.

Im Falle der jüngsten Calbenser Brandstiftungen in der Großen Mühlenbreite Anfang des Jahres, bei dem ein Wohnhauskeller und mehrere Gartenlauben in Flammen standen (Volksstimme berichtete) werden nach Aussage von Baumgarten noch gesonderte Ermittlungen geführt, die derzeit noch laufen.

"Dort haben die polizeilichen Ermittlungen zu einem anderen Tatverdächtigen geführt", erklärt Frank Baumgarten ohne auf Einzelheiten einzugehen.