Anwohner an der Nienburger Straße in Calbe beschweren sich, dass viele Autofahrer zu schnell sind. Der zuständige Landkreis sieht eine Reduzierung auf Tempo 30 als nicht vertretbar an.

Calbe l Bald dürfte es ruhiger werden auf der Nienburger Straße. Wenn demnächst die Bauarbeiten für die Sanierung der Fahrbahn beginnen, werden die Baumaschinen auf der Betonfahrbahn den Ton angeben. Ob der neue Asphalt auf der Straße dann für Ruhe sorgt, bleibt offen. Schon jetzt beklagen sich Anwohner der Straße, dass viele Autofahrer die zulässige Geschwindigkeit von 50 Stundenkilometern deutlich überschreiten. So wandte sich Volksstimme-Leserin Ruth Schmidt an die Lokalredaktion. Sie wohnt an der Nienburger Straße. Sie schreibt: "Allerdings liegt das Tempo der meisten Kraftfahrzeuge weit über 50. Dieser Abschnitt ist ortsauswärts als eine totale Rennstrecke zu bezeichnen. Wir kritisieren nicht etwa 10 bis 20 Stundenkilometer Überschreitung. Allerdings sind etwa 100 Stundenkilometer und mehr an der Tagesordnung. Zusätzlich haben alle Anlieger ein Problem, von ihrer Einfahrt in den fließenden Verkehr einzubiegen." Gern würde sie die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf 30 Stundenkilometer begrenzen, teilt sie mit. Auch informiert sie darüber, dass sie 2013 den Landkreis angeschrieben und keine Antwort erhalten hatte. Auf Nachfrage der Volksstimme teilt Kreissprecherin Alexandra Koch mit, dass der von der Leserin angefügte Brief an das Verkehrsamt nicht bestätigt werden könne. Weiter teilt sie mit: "Gravierende bauliche Mängel sind derzeit für diesen Straßenabschnitt nicht bekannt. Der derzeitige Zustand der Landesstraße ist als eine Betonstraße mit teilweise durch Asphalt ausgebesserte Stellen zu beschreiben. Sicherlich ist dieser Zustand verbesserungswürdig." Aber in naher Zukunft werde sich durch die angekündigten Bauarbeiten daran etwas ändern. Außerdem werde die Kreuzung der beiden Landesstraßen in absehbarer Zeit ebenfalls zu einem Kreisverkehr umgestaltet. "Eine generelle Beschilderung mit einer Geschwindigkeitsreduzierung auf Tempo 30 ist nicht vertretbar", heißt es aus der Kreisverwaltung.

Rainer Schulze, Leiter des Fachbereichs in der Stadtverwaltung Calbe, steht der Anregung der Bürger offen gegenüber. Die Kommune könne die Anwohner unterstützen, räumt er ein. Allerdings liege die Entscheidung zur Reduzierung der Geschwindigkeit auf der Straße letztlich beim Landkreis, erklärt er. Die Kommune könne aber im Sinne der Anwohner eine entsprechende Anfrage an den Landkreis stellen, sagt er am Telefon.