Zwei Frauen setzen sich derzeit künstlerisch mit Gottesgnaden und dem benachbarten Calbe auseinander. Im "Saalehof" halten sie ihre Eindrücke fest. Unter dem Titel "Neues in Altem" laden sie morgen alle Interessenten zur Vernissage ein.

Gottesgnaden l Wer gestern der Saaleinsel einen Besuch abstattete, dem begegnete am Wegesrand Bettina Hünnicke mit ihrer Staffelei. Die Potsdamer Malerin und Grafikerin ist nach einer Ausstellung im vergangenen Jahr wieder nach Gottesgnaden zurückgekehrt. Dort bietet sie am kommenden Wochenende ein Malseminar an. Sie war es letztendlich auch, die Grit Wolff und ihre Mutter Gisela Oertel auf die Saaleinsel lockte. "Im Bekanntenkreis hörte ich eines Tages davon, dass Bettina Hünnicke in einer ehemaligen Scheune auf Gottesgnaden ausgestellt hat", erklärt Grit Wolff, die als Diplom-Designerin ebenfalls in Potsdam arbeitet. Und diese Scheune, die heutige Radfahrherberge "Saalehof", gehört ihrem Cousin, dem gebürtigen Calbenser Albrecht Ecke. Für ihn gehören Kunst und Gottesgnaden zusammen. Davon zeugten Fotoausstellungen in der Reithallenruine, historische Bilder in der Galerie sowie Aquarelle in den Gasträumen. "Da habe ich zu ihm gesagt, dass ich auch einmal bei ihm ausstellen möchte", sagt die Potsdamerin. Damit schließt sich der Kreis, denn nun sind es Grit Wolff und ihre Mutter Gisela Oertel, die der Idylle der Saaleinsel ebenfalls schnell erlegen sind. Seit vergangenen Sonnabend erkunden beide die frühlingshafte Gegend, sammeln Eindrücke mit Skizzenblock und Fotopparat. "Wir haben uns ein ordentliches Pensum auferlegt", sagt Grit Wolff. Innerhalb von nur fünf Tagen suchen die Frauen Motive, halten sie fest, bringen sie auf Papier und rahmen sie für ihre Ausstellung. "Wir wollen nicht einfach nur die Gegend abbilden, sondern auch unsere Sicht darauf erkennen lassen", erklärt Gisela Oertel, die begeistert ist von den historischen Spuren in der Saalestadt. Nach ihrem Staatsexamen in Dresden arbeitete sie fast 30 Jahre als Kunst- und Geschichtslehrerin in Bernburg und Neubrandenburg. Nach der Wende promovierte sie und war als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Greifswald tätig. Als Künstlerinnen wollen sich Mutter und Tochter ausdrücklich nicht bezeichnen, aber umso mehr mit Menschen über ihre Werke und damit den Blick auf Calbe und Gottesgnaden ins Gespräch kommen.

Die Vernissage beginnt am morgigen Mittwoch, 13. Mai, ab 18 Uhr im "Saalehof". Musikalische Begleitung kommt von den "friends of sealand", ergänzt durch ein Glas Sekt um auf die Kunst anzustoßen.