Tarthun l "Mit berechtigtem Stolz können wir in diesem Jahr auf 120 Jahre freiwillige Leistungen, selbstlosen Einsatz sowie Opferbereitschaft für die Allgemeinheit zurückblicken. Die Freiwillige Feuerwehr Tarthun hat seit ihrem Bestehen viele Bürger vor größeren persönlichen und materiellen Schäden bewahrt und oft schlimmes Leid verhindern können", sagte Wehrleiter Michael Kieler. Wenn es gelinge, das Feuerwehrwesen in Zusammenarbeit mit den Politikern in seinen wesentlichen Grundzügen zu erhalten und weiter zu entwickeln, dann werden auch in Zukunft die Bürger von Tarthun sich eines optimalen Schutzes gegen Feuer und Katastrophen erfreuen können, versicherte Kieler.

In seiner Festrede blickte er bis auf die Anfänge des Brandschutzes in Tarthun zurück, die sich bis in das Jahr 1692 zurück verfolgen lassen und ließ die wechselvolle Geschichte der Anfang 1895 gegründeten Wehr und deren Ausstattung Revue passieren.

Heike Brehmer, die Ehrenmitglied der Tarthuner Ortswehr ist, würdigte die Leistungen der Kameraden. "Mein Herz schlägt immer für die Feuerwehr", sagte die Bundestagsabgeordnete und überreichte dem Wehrleiter eine Spende zur Unterstützung der ehrenamtlichen Arbeit. Zurzeit sei sie noch Bürgerin von Tarthun. Das werde sich aber mit ihrem zum Jahresende geplanten Umzug nach Wernigerode ändern, sagte die ehemalige Landrätin. Ihr Grundstück werde aber im Familienbesitz bleiben.

Die Brandschutz-Referentin des Innenministeriums, Katrin Vagel, überbrachte die Grüße und Glückwünsche von Innenminister Holger Stahlknecht. Der CDU-Politiker nahm das stolze Jubiläum der Wehr zum Anlass, um die Arbeit der Kameraden für das Gemeinwohl zu unterstreichen und ihnen sowie ihren Familien dafür Dank und Anerkennung auszusprechen. Stahlknecht bat die Feuerwehrleute, ihrer Wehr treu zu bleiben, denn sie sei die wichtigste Stütze des Dorfes.

Vagel selbst sagte, sie habe seit sehr vielen Jahren immer einen Blick auf die Tarthuner Feuerwehr, weil der Wehrleiter und sie sich persönlich kennen durch ihre vorherigen Tätigkeiten in Heyrothsberge und sowie im Landesverwaltungsamt. "Ich weiß also, was von den Kameraden geleistet wurde und wird", sagte die Referentin.

Nach ihrer Einschätzung ist die Solidargemeinschaft mit den benachbarten Wehren zu einer Selbstverständlichkeit geworden. "Es ist aber nicht selbstverständlich, dass die Bürger mitwirken." Die Bereitschaft, ehrenamtlich tätig zu sein, gehe ebenso zurück wie das Verständnis der Arbeitgeber, stellte Vagel fest. Letzteren sei anscheinend nicht bewusst, dass die Kameraden auch deren Eigentum schützen.

"Die Feuerwehr ist das verantwortungsvollste Ehrenamt. Das sollte Anerkennung finden", betonte die Ressortchefin.

Der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes, Lothar Meyer, wünschte den Tarthuner Freunden im Namen seines Vorstandes weiterhin eine gute Arbeit "so wie wir das gewöhnt sind." Zudem sollte sich die Wehr noch aktiver in die Verbandsarbeit einbringen.

Bürgermeister Peter Fries (CDU) übermittelte eine Grußbotschaft des im Urlaub befindlichen Verbandsgemeinde-Bürgermeisters Michael Stöhr. Darin dankte er den Mitgliedern für die herausragenden Leistungen in den vergangenen Jahren, auf die sie stolz sein könnten. Die Wehr habe seit ihrer Gründung Verlässlichkeit bewiesen, eine der aktivsten und qualifiziertesten Bürgerinitiativen der Gemeinde zu sein.

"Wir können nur Dank sagen, dass sich die Feuerwehr so einbringt in das Gemeindeleben", sagte Fries. Lobende Worte fand er auch für die Sponsoren und die Gastfeuerwehren.

In diesem Zusammenhang erinnerte das Ortsoberhaupt an die Geschichte des neuen Feuerwehrgerätehauses Tarthun, das am 3. September 2003 begonnen und am 2. Juni 2004 eingeweiht wurde. Am Sonnabend wurde es von Pfarrer Michael Weber mit einer Mahnung, Menschen in Not immer so schnell wie möglich zu helfen, gesegnet. Danach schloss sich der Festumzug durch das Dorf an.