Dass die Mitteldeutsche Kammerphilharmonie in Förderstedt spielt, ist eine Seltenheit. Da ärgert sich weder Gemeindekirchenrat noch Dirigent über eine nur halbvolle Kirche.

Förderstedt l "Schade, dass so wenig Besucher da sind", flüstert Doris Kraa aus Löderburg der Volksstimme zu. Sie sitzt mit ihrem Mann Rainer gleich in der zweiten Reihe. Mit ihnen haben noch rund 50 weitere Gäste den Weg zum Konzert "Salzland/Salzburg" gefunden. Die Mitteldeutsche Kammerphilharmonie ist mit ihrer Reihe "Klänge im Raum" seit 3. Mai und noch bis 14. Juni im ganzen Salzland unterwegs.

Das Orchester sucht sich die Veranstaltungsorte selbst aus. "Die Idee, das Konzert in unserer Kirche zu veranstalten, ging von der Kammerphilharmonie aus", erklärt Simone "Mona" Braun vom Gemeindekirchenrat in Förderstedt, zu dem auch Olaf Böge, Marco Kunze und Olaf Bier gehören. "Wegen der Besucherzahl sind wir gar nicht enttäuscht", sagt Simone Braun. Eigentlich ist sie sogar gut, denn "es ist Pfingsten und es ist schönes Wetter."

Auch der Dirigent Gerald Oskamp kann nicht klagen. "Für einen Pfingstsonntag bin ich sehr zufrieden", sagt er zur Volksstimme. Mit dem Konzert unter dem Titel "Salzland/Salzburg" will er die Musik der Region - mit Carl Christian Agthe, Kapellmeister am Hof des Fürsten Anhalt-Bernburg, und Johann Friedrich Fasch, Hofkapellmeister in Zerbst, - mit jener aus Salzburg verbinden. "Ich war dann doch überrascht, dass es so wenig bekannte Komponisten aus Salzburg gibt. Da ist eigentlich nur Mozart", erklärt Gerald Oskamp weiter. Neben dessen 29. Sinfonie in A-Dur wählte der Dirigent noch eine nur unvollständig erhaltene Partitur eines Salzburger Komponisten namens Sigismund Ritter von Neukomm (1778 bis 1858), der auch Spion gewesen sein soll und dessen Sinfonie er scherzhaft als "007" ankündigte.