Barby (tli). "Im Sommer wird Barby 1050 Jahre alt. Hierzu laden wir dich herzlich ein", steht auf einem Blatt Papier, das den Briefkopf der Stadtverwaltung trägt.

Diesen Zettel haben die Knirpse der Barbyer Kindertagesstätte "Elbespatzen" in eine Flasche gesteckt und sie in die Elbe geworfen.

"Das Hochwasser in diesem Jahr nutzten wir, um das Bildungsprogramm Sachsen-Anhalts mit den Kindern umzusetzen", erklärt Erzieher Sebastian Schleichert den didaktischen Ansatz der Postille. Auf einer Landkarte wurde gezeigt, dass die Heimatstadt an der Elbe liegt. "Die Kinder erfuhren, wo der Fluss im Riesengebirge entspringt, wie er sich durch Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Niedersachen schlängelt und schließlich in die Nordsee mündet.

"Dadurch konnten sie sich eine ungefähre Vorstellung machen, wo eventuell unsere Flaschenpost ankommen könnte", erklärt Sebastian Schleichert.

Die Flasche wurde von der Eisenbahnbrücke in den Fluss geworfen. Das war der optimalste Punkt, da sie auf den vom Hochwasser überfluteten Flächen keine weite Reise vor sich gehabt und bald irgendwo auf der Wiese gelegen hätte.

2003 kam "Post" aus Thüringen

Nun sind die Elbespatzen gespannt, ob jemand ihre Einladung findet und darauf reagiert. Was nicht unwahrscheinlich ist. Im Frühjahr 2003 fanden vier Groß Rosenburger Schüler beim Herumstöbern an der Saale eine Flaschenpost, die im thüringischen Rudolstadt "aufgegeben" wurde. Der Text entsprach dem Alter der Absender: "Wer immer das Glück haben wird, diese Flaschenpost zu finden, möge glücklich sein, denn sie stammt von zwei bildhübschen, jungfräulichen, lebenslustigen, fröhlichen, humorvollen, abenteuerlustigen und einsamen Mädels", schrieben die Thüringerinnen.

Klar, dass soviel Charme gefunden werden muss.