Es muss nicht immer Auto sein. Gerade im ländlichen Bereich beweisen die Menschen, dass sperrige Teile auch mit dem luftbereiften Karren transportiert werden können, dem sogenannten Klaufix.

Von Thomas Linßner

Barby. Da kennt Remi De Pooter nichts. Der Barbyer lädt seine halbe Schrankwand auf den "Klaufix", um sie einem Bekannten zu bringen. Dabei kann der Karrenschieber gerade mal so über die große Fuhre hinweg blicken, um sich im Straßenverkehr zu orientieren.

Was uns zeigt, dass es zuweilen auch ohne Pkw und Anhänger geht.

Der Volksmund nennt Zweirädrige Karren in unserer Region "Klaufix". Der ist ein ostdeutsches Erfolgsmodell, das man in den alten Bundesländern weit weniger erblickt.

Besonders auf dem Land, wo Viehfutter oder zunehmend auch wieder Brennholz transportiert werden, ist er häufig zu sehen.

Damit holte der Mensch des Atomzeitalters Holz aus dem Wald, fuhr die Wäsche zur Heißmangel oder Koffer zum Bahnhof, sammelte "Pferdeäppel" für die Erdbeeren von der Straße, brachte die Einkellerungskartoffeln nach Hause oder karrte glücklich den 50-Kilosack Zement von der Bäuerlichen Handelsgenossenschaft (BHG) zur privaten Baustelle.

Wer den Begriff in die Internet-Suchmaschine eingibt, wird merken, dass die meisten Leute mit "Klaufix" einen einachsigen Pkw-Anhänger meinen. Dieses Verständnis ist allerdings nicht im Raum Magdeburg angesiedelt. Hier ist es jenes luftbereifte Schiebemobil, das mit Muskelkraft von A nach B geschoben wird.

Klaufixe lösten die polternden Leiterwagen seit den 1960er Jahren ab, als der Handel in der Lage war, Schläuche und Reifen in halbwegs ausreichender Menge anzubieten.

Und noch was: Über die ursprüngliche Bedeutung "Klaufix" braucht man sich wohl nicht lange den Kopf zu zerbrechen.