Eine wahrlich schöne Passion hat Horst Schäfer. Der Kleinmühlinger ist seit seiner Kindheit begeisterter Fan der Friedensfahrt. Selbst teilgenommen hat er nie. Dafür hat er sich maßgeblich für den Aufbau des Radsportmuseums "Course de la Paix" in dem kleinen Bördeland-Ort eingesetzt. Das ist spitze, findet die Volksstimme. Deshalb ist Horst Schäfer einer der sechs Kandidaten, die in der Volksstimme-Aktion "Du bist spitze!" zur Wahl stehen. Volksstimme-Leser können für ihn abstimmen.

Kleinmühlingen. Das Lächeln ist ansteckend. Egal, wovon Horst Schäfer berichtet, seine Mundwinkel sind nach oben gezogen. Dazu die neckischen Lachfalten an den Augen. Man muss ihn einfach gern haben. Genauso ansteckend ist seine Leidenschaft und zwar seine Passion zur Friedensfahrt. "Wir werden zwar alle älter, aber zum Leben gehört auch Frieden", sagt der Kleinmühlinger derart herzlich von der Leber weg, dass man ihm Glauben schenken muss. Daher wäre es nahezu verwerflich, einen materiellen oder irgendeinen Hintergedanken zu vermuten bei dem Engagement, das der 57-Jährige seit über 20 Jahren an den Tag legt. Er setzt sich seit 1991 für die Weiterführung der Friedensfahrt ein. Damit einher hat er mit einer Vielzahl von Zeitgenossen und Freunden in dem kleinen Bördeland-Ort ein Museum aufgebaut, das seinesgleichen sucht. Das Friedensfahrtmuseum, genauer: Das Radsportmuseum "Course de la Paix". Das Kuriose dabei ist, dass Horst Schäfer selbst nie ein Friedensfahrer gewesen ist. Also woher stammt dieses Engagement?

"Angefangen hat alles 1962, als wir mit der Grundschule einen Ausflug nach Magdeburg, das damals eine Station der Friedensfahrt gewesen war, gemacht haben", erinnert sich Horst Schäfer noch genau. Tarek-Aboul Zahab ist in diesem Jahr als Einzelstarter ins Rennen gegangen. Untypisch für diese Zeit. Für den damals jungen Horst Schäfer war das etwas Besonderes. Sein Interesse war geweckt. Eine Leidenschaft entwickelte sich. "Ab diesem Zeitpunkt habe ich meine Familie mit meinem Hobby genervt", erinnert sich Schäfer. "Von April bis Mai gab es für mich nur die Friedensfahrt", blickt er zurück.

1991 habe der gebürtige Kleinmühlinger eine Zeitungsmeldung gelesen, dass es keine Friedensfahrt mehr geben soll. "Da bin ich mit einem selbstgebastelten Schild bei der Lichtmess in Glinde aufgetreten", berichtet Schäfer. In seinen Augen ist wieder dieses Funkeln. Strahlen. Glänzen. "Später bin ich dann zu Täve Schur gegangen", erzählt Schäfer in seinem Plauderton weiter, als sei es selbstverständlich, mal eben so bei einer Radsportlegende an die Tür zu klopfen. Und als würde der Kleinmühlinger das Unverständnis seines Gegenübers förmlich riechen: "Täve hatte damals erstmal zu seiner Frau hoch gerufen: ¿Du Reni, hier ist ein Verrückter.\'" Horst Schäfer grinst verschmitzt. Dass er mit seiner Leidenschaft und seinem außergewöhnlichen Engagement tatsächlich irgendwie eine gewisse Macke haben muss, das gibt der 57-Jährige offen zu. Gleichzeitig betont er: "Ich habe bereits als Kind verstanden, was die Friedensfahrt bedeutet."

Immerzu zielen seine Erzählungen auf Frieden und Gerechtigkeit ab. Die Botschaft, die hinter der Radtour steckt, "die hat sich in meinem kleinen Kinderherzen festgesetzt", vermutet Schäfer. 1964 habe zum ersten Mal ein internationales Team für drei Wochen an der Fahrt teilgenommen, die Nationen haben im übertragenen Sinn harmoniert. "So könnte eine gute Welt aussehen." Schäfers Wunsch klingt daher recht simpel und doch scheint es manchmal so schwer: "Lasst uns ein bisschen träumen."

1991 wurde schließlich das Kuratorium Friedensfahrt gegründet. 1995 entstand der Verein Friedensfahrt, der ein Jahr später die erste Friedensfahrt-Strecke auf ehemaligen DDR-Boden organisierte. Und 1998 reifte endlich die Idee, dieser begeisterungsvollen Friedensfahrt ein Museum zu widmen. Den Startschuss dafür gab Horst Schäfer 2002 mit einer kleinen Ausstellung in seiner eigenen Garage. "Daraufhin hatten mir Radsportler derart viele Sachen gegeben, dass meine Garage einfach zu klein war", erinnert sich der 57-Jährige, der noch heute betont: "Es ist nicht mein Museum, es ist eures." All das, was sich bisher in dem Radsportmuseum getan hat, so der Ehrenamtliche, "lebt von dem, was die Spender uns geben".

2003 gründete sich bekanntlich der Verein "Radfreizeit, Radsportgeschichte, Friedensfahrt". Hauptziel: das Betreiben einer Ausstellung. Dafür wurde 2004 die Entscheidung getroffen, ein neues Gebäude zu schaffen. Am 21. Mai 2006 feierte Schäfer mit über 500 Gästen die Grundsteinlegung. "Das war überwältigend", schätzt er ein. "Ich brauche solche Mutmacher." Kurz darauf folgte auch ein großer Motivationsschub: Täves 75. Geburtstag im März 2006. "Er hatte sich Spenden statt Geschenke gewünscht", erinnert sich Horst Schäfer. So kamen 30 000 Euro zusammen. Eine beachtliche Summe, die bis zum Richtfest am 13. Oktober 2006 reichte. Dann gab es eine Zäsur. "Das Geld war alle", sagt der 57-Jährige. Eine schwierige Zeit. Eine Zeit der Zweifel? "Nein, an dem Projekt habe ich nie gezweifelt", stellt Horst Schäfer fest. Jedoch: "Alles war alle, nicht nur das Geld, auch meine Kraft."

Hoffnung, und zwar nicht nur den Hoffnungsschimmer am Ende des Tunnels, brachte schließlich die Genehmigung von geförderten Arbeitsmaßnahmen. "Am 24. November 2007 haben wir die Einweihung gefeiert", nennt Schäfer einen weiteren Meilenstein in der Etablierung dieser kulturellen Einrichtung. "Erst wurden wir belächelt, jetzt werden wir wahrgenommen, vielleicht werden wir auch irgendwann ernst genommen", fasst der Kleinmühlinger die zurückliegenden Jahre auf seine Art zusammen.

"Die Friedensfahrt muss einem ans Herz gewachsen sein", schätzt Schäfer sein eigenes Engagement ein. Circa 2500 Besucher pro Jahr verzeichnet Schäfer. Ein Zeichen dafür, dass sein Rezept aufgeht. "Wir nehmen uns viel Zeit für die Gäste", schätzt er ein. Dazu gehöre eben auch, dass sich die Mitarbeiter mit den Interessierten an einen Tisch setzen, in Ruhe reden. "Wir können viele Geschichten erzählen", gibt der Kleinmühlinger mit einem breiten Grinsen zu.

Das Friedensfahrtmuseum lebt von Geschenken und Spenden. Urkunden, Abzeichen, Räder und Co. werden hier nicht einfach abgegeben. "Ich möchte von jedem seine Geschichte hören, die er mit dem Gegenstand verbindet", berichtet Horst Schäfer. Daraus nährt er schließlich seine Leidenschaft. Und daraus resultieren auch die Anekdoten, die er seinen Gästen mit Leib und Seele präsentiert. Da steht Tarek-Aboul Zahab nahezu lebendig in dem beschaulichen Museum. Oder Täve Schur jagt mit seinem Rennrad wieder auf der Zielgeraden.

Horst Schäfer sowie die anderen fünf Kandidaten haben zweifellos den Titel "Du bist spitze!" verdient. Doch nur einer kann sich die Krone aufsetzen. Den Sieger bestimmen allein die Volksstimme-Leser mit dem Abstimmungs-Coupon.

Mitmachen lohnt sich für Sie, liebe Leser, doppelt: Zum einen verhelfen Sie Ihrem Kandidaten zum Sieg, zum anderen verlosen wir unter allen Einsendern tolle Preise. Darunter befinden sich ein Biberticketgutschein, Lederfußbälle sowie Rucksäcke.

Die Zettel (bitte nur Original-Coupons) können in der Volksstimme-Redaktion, Wilhelm-Hellge-Straße 71 in 39218 Schönebeck, abgegeben werden. Außerdem besteht ab heute die Möglichkeit, im Internet für Ihren Kandidaten abzustimmen:

www.volksstimme.de/ schoenebeck