Welche Schäden der Winter anrichten kann, wird auf der Salzer Straße deutlich. Wer Schönebecks Einkaufsstraße mit dem Auto befährt, wird kräftig durchgerüttelt. Ein Aushängeschild für die Stadt sind die vielen Schlaglöcher freilich nicht. Die Stadtverwaltung will die Straße nicht nur flicken, sondern neu asphaltieren lassen. Was noch fehlt, ist eine Zusage an Fördermitteln durch den Salzlandkreis.

Schönebeck. Rattaratam. Wer derzeit die Salzer Straße befährt, wird ordentlich durchgeschüttelt. Die Schlaglöcher scheinen hier inzwischen eine höhere Gesamtfläche einzunehmen als der vorhandene Restbelag. Bei der Volksstimme häufen sich die Anrufe: Will die Stadt nicht endlich handeln?

Ja, das will sie. Aber nicht sofort. Denn es fehlt noch eine Mittelzusage vom Salzlandkreis. "Es gibt ein Schlaglochbeseitigungs-Programm des Landes Sachsen-Anhalt", erklärt Schönebecks Baudezernent Guido Schmidt. Insgesamt reiche das Verkehrsministerium 1,2 Millionen Euro an den Salzlandkreis aus. Die Hälfte des Geldes solle für die Ausbesserung von Kreisstraßen verwendet werden, die andere Hälfte soll den Kommunen zugute kommen. Bedingung: Die Städte und Gemeinden müssen beim Landkreis Anträge stellen und darlegen, welche Hauptverkehrsstraßen besonders betroffen sind. Schönebeck hat Mittel für die Salzer Straße und die Straße Am Randel erbeten. Eine Zusage liege aber noch nicht vor. Schmidt rechnet allerdings fest mit der Gewährung von etwa 45 000 Euro. Die Kosten für die Beseitigung von Winterschäden auf Schönebecks Straßen insgesamt liegen aber "deutlich" über diesem Betrag, räumt Schmidt ein. Auf jeden Fall soll die an einen Schweizer Käse erinnernde Salzer Straße so bald wie möglich ausgebessert werden. Und nicht nur das: Die Asphaltdecke soll ganzflächig abgefräst, die Abflussdeckel sollen angepasst und die gesamte Straße mit einer neuen Schicht versehen werden.

Der Dezernent macht darauf aufmerksam, dass diese geförderten Arbeiten, für deren Ausführung die Stadt einen 25-prozentigen Eigenanteil leisten muss, ohne eine Vollsperrung nicht zu leisten seien. Jedoch soll die Maßnahme (vorbehaltlich der Mittelzusage durch den Salzlandkreis) erst nach Ostern beginnen, auch, um den Innenstadthändlern nicht das Ostergeschäft zu vermasseln. "Darauf wollen wir Rücksicht nehmen", so Schmidt. Er rechnet damit, dass Ende April, spätestens Anfang Mai das Rattaratam auf der Salzer Straße vorbei sein wird.

Schmidt macht bei dieser Gelegenheit auch darauf aufmerksam, das Schönebecks Einkaufsstraße "mittelfristig" im Rahmen eines Verkehrsentwicklungskonzeptes umgestaltet werden soll (unter anderem soll das Fahrradfahren in beiden Richtungen ermöglicht werden). Mittelfristig heißt im Sprachgebrauch der Planer: nicht in den nächsten fünf Jahren, Zukunftsmusik also.

Das Land Sachsen-Anhalt stellt im Rahmen des Sonderprogramms zur Beseitigung von Winterschäden im Straßennetz aktuell rund 15 Millionen Euro bereit. Die Aufteilung der Mittel, so heißt es in einer Mitteilung des Verkehrsministeriums in Magdeburg, erfolgt nach einem Schlüssel, bei dem neben dem Grad der Schädigung unter anderem die finanzielle Situation der Landkreise und der besondere Bedarf der kreisfreien Städte berücksichtigt sind.

Aber: Sind die Mittel denn schon ausgereicht? Sprich: Kann der Salzlandkreis das Geld an die Kommunen verteilen? "Die Landesmittel stehen aktuell nicht zur Verfügung", erklärt der Sprecher des Salzlandkreises, Timmi Mansfeld. Auf Volksstimme-Nachfrage im Verkehrsministerium in Magdeburg versichert Pressereferent Peter Mennicke: "Im Laufe der nächsten Woche werden die Zuweisungen ausgereicht."