In ruhiges Fahrwasser will der Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Schönebeck gelangen. 2010 ist ein neuer Vorstand gewählt worden, der jetzt Präsidium heißt. Zum Geschäftsführer wurde Guido Jurczyk berufen. Nicht ohne Proteste. Den ersten strukturellen Änderungen sollen weitere folgen. Das DRK will sich verstärkt in gesellschaftlichen Belangen engagieren.

Schönebeck. Tatendrang und Enthusiasmus bestimmen derzeit das Wirken des Präsidiums des Kreisverbandes des Deutschen Roten Kreuzes in Schönebeck. Ein knappes halbes Jahr ist die neue Führungsriege jetzt im Amt. Der Wahl des Präsidiums und der Ernennung von Guido Jurczyk zum Geschäftsführer waren jedoch einige heftige Diskussionen - zum Teil öffentlich ausgetragen - vorausgegangen. Jetzt will der Kreisverband in ruhiges Fahrwasser gelangen. Das aber nicht, ohne grundlegende Dinge zu ändern und die Arbeit, vor allem die Verantwortung in gesellschaftlichen Fragen, zu verstärken.

"Es ist ein kontinuierlicher Prozess", so Guido Jurczyk. Mit Blick auf das vergangene Jahr sagt der DRK-Geschäftsführer: "Es ist und bleibt eine spannende Zeit." 2010 seien, so Jurczyk, "wichtige Weichen" für den Kreisverband gestellt worden. "Wir haben eine neue Satzung beschlossen und das Präsidium gewählt", nennt Jurczyk zwei Beispiele. "Wir sind auf dem Weg, eine große Mannschaft zu werden", schätzt Jurczyk ein. 2010 habe der Kreisverband bereits einen großen Sprung gemacht. Jetzt gehe es darum, das Fundament, zu dem die DRK-Angestellten sowie die Ehrenamtlichen gleichermaßen gehören, zu festigen und auszubauen.

"Wir wollen wieder mehr Verantwortung übernehmen", sagt Jurczyk und weist gleichzeitig darauf hin, "dass das aber ein Prozess ist, der sich entwickelt". Konkret wollen die Rot-Kreuzler im Altkreis ein Jugendrotkreuz aufbauen. "Wir wollen für junge Menschen ein Angebot schaffen", beschreibt Jurczyk das Anliegen. Des Weiteren soll das Engagement im sozialen Bereich grundsätzlich ausgebaut werden. "Im Bereich der Betreuungsleistung wollen wir eine Basis für die Menschen schaffen, die sich hier ehrenamtlich einbringen wollen." Klares Ziel des Kreisverbandes: "Wir müssen uns in der Gesellschaft verstärkt engagieren."

Im Volksstimme-Gespräch wird schnell deutlich, die DRK-Leute haben einiges vor. "Nur das Schaffen der dafür notwendigen Strukturen braucht eine gewisse Zeit", gibt Guido Jurczyk zu Bedenken. Er baut bei der weiteren Entwicklung des Kreisverbandes in und um Schönebeck stark auf das Ehrenamt. Jedoch sieht er an dieser Stelle auch den Verband in der Pflicht, "den Ehrenamtlichen den Rücken zu stärken". Allein auf weiter Flur soll sich keiner der derzeit 70 Mitarbeiter und der 1500 Mitglieder fühlen. Gezielt wollen die DRK-Leute künftig auch den ländlichen Raum im Auge behalten.

"Es gibt Bereiche, mit denen man klassisch das DRK in Verbindung bringt", erklärt der Geschäftsführer, der genau bei dieser Frage noch Nachholbedarf für den Kreisverband Schönebeck sieht. Deshalb will das Präsidium neue Projekte anstoßen. "Aber", und das betont Jurczyk, "es muss Hand und Fuß haben, damit wir nicht nur kurz aufflackern." Eine klare Ansage, die der Geschäftsführer nicht einfach so daher sagt: "Ich bin der Meinung, dass wir das auf unseren Schultern, also in unserer jetzigen Form erreichen können." Denn am Ende zählt bei den Rot-Kreuzlern wohl auch nur eines: "Wir arbeiten mit Herzblut für die Sache."