Ein neunjähriges Mädchen ist am Wochenende in Calbe von einem Hund angefallen und mehrmals gebissen worden. Die Polizei im Salzlandkreis teilte den Vorfall gestern mit. Das Kind liegt derzeit in der Magdeburger Universitätsklinik und wird behandelt. Inzwischen ist das Ordnungsamt der Stadt Calbe aktiv und prüft, was mit dem Tier passieren wird.

Calbe. Alles muss wenige Minuten gedauert haben. Als am Sonnabend ein Hundebesitzer in Calbe mit dem Auto von seinem Grundstück fahren wollte, entwich sein Rottweiler-Schäferhund-Mischling. Das Tier ging auf ein neunjähriges Mädchen los, griff es an und biss nach Angaben der Polizei im Salzlandkreis mehrmals zu. Das Kind war zufällig in der Nähe. Das Mädchen war mit seiner Großmutter unterwegs und gerade in der Nähe des Grundstückes, auf dem der Hund üblicherweise eingesperrt ist.

Das Mädchen, so die Polizei weiter, wurde durch die Hundeattacke verletzt und befindet sich derzeit in der Uniklinik in Magdeburg, wo es stationär behandelt wird. Zu seinem Zustand konnte die Pressestelle der Polizei in Bernburg gestern keine aktuellen Angaben machen. Auch eine Einschätzung zu den Verletzungen konnten die Beamten derzeit nicht geben. Sie wiesen aber darauf hin, dass der Salzlandkreis als Behörde nach dem Vorfall sofort eingeschaltet wurde. Außerdem habe die Kriminalpolizei die Ermittlungen wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung aufgenommen.

Auflagen für Hundehalter

Die Pressestelle des Salzlandkreises teilte gestern mit, dass der Vorfall nicht in der Zuständigkeit des Kreises liege. Alles, was mit dem sachsen-anhaltischen Gesetz zur Vorsorge gegen die von Hunden ausgehenden Gefahren (Kampfhundegesetz) und der Verordnung zu seiner Durchsetzung zu tun habe, sei Aufgabe der Kommunen. Die entsprechende Fachaufsicht liege direkt beim Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt, hieß es weiter. Der Kreis werde aktiv, wenn die Gefahr von Tollwut oder ähnlichem bestünde. Doch das sei derzeit nicht bekannt.

Im Ordnungsamt in Calbe liegt der Vorfall "auf dem Schreibtisch" wie es gestern auf Nachfrage der Volksstimme hieß. In der Kommune sei man zum ersten Mal mit dem Angriff eines Hundes auf eine Person konfrontiert, hieß es aus dem Ordnungsamt weiter.

Der Hundehalter sei noch gestern zu einem Gespräch in das Rathaus eingeladen worden, um weitere Maßnahmen zu besprechen, die die Gefahrenabwehr betreffen. "In dem Gespräch ging es um alle Detals die notwendig sind, um die Haltung des Hundes so zu sichern, dass er nicht mehr zu einer öffentlichen Gefahr wird", sagte ein Sprecher des Rathauses.

In der Auswertung und nach einer grundlegenden Prüfung werde es möglicherweise verschiedene Verfügungen geben. So könne das Ordnungsamt den Hundehalter dazu verpflichten, mit seinem Tier einen Wesenstest zu absolvieren. Den führen anerkannte Mediziner durch. Weil der Hund wegen seines Angriffs ein so genannter "Vorfallhund" und damit ein "gefährlicher Hund" sei, sei diese Maßgabe Hauptoption. Zur Frage, ob das Tier möglicherweise eingeschläfert werden müsse, sagte der Calbenser Ordnungsamtssprecher nichts, weil das auch Angelegenheit des Hundebesitzers sei.

Untersuchungsbericht steht noch aus

Zusätzlich aber, so hieß, werde der Halter beauflagt, sein Grundstück so zu sichern, dass der Hund auch bei geöffnetem Tor nicht entweichen kann. Im Ordnungsamt der Saalestadt müsse man neben dem Gespräch noch auf das Gutachten eines Tierarztes warten. Der Experte war nach dem Vorfall herangezogen wurden und hat den Rottweiler-Schäferhund-Mischling untersucht. Das gesamte Verfahren läuft neben der Anzeige wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung, die Sache der Kripo sei.