Der Burg- und Heimatverein Klein Rosenburg erwarb für seine Sammlung einen Autograf. Es handelt sich um ein Papier, auf das Herzog Heinrich von Sachsen-Barby 1724 seine Unterschrift setzte.

Groß Rosenburg. Vereinsvorsitzende Karin Keller stöbert gerne im Internet. Dort gibt sie Begriffe ein, die oftmals einen geschichtlichen Hintergrund haben oder die zuvor ihre Neugier weckten. So auch eines Tages "Herzog Heinrich/Barby". Das Lexikon Wikipedia weiß dazu: "Heinrich von Sachsen-Weißenfels (* 29. September 1657 in Halle; * 16. Februar 1728 in Barby) war von 1680 bis 1728 Herzog von Sachsen-Weißenfels-Barby sowie kursächsischer General und entstammte einer Seitenlinie der albertinischen Wettiner. Auch \'Heinrich zu Barby\' genannt."

Schön und gut. Eintragungen wie diese sind geschichtsbildend, aber eigentlich nicht sonderlich spannend.

" ... angenehme freund-väterliche Dienste"

Nach weiteren Klicks ließ der Eintrag eines Antiquariats Karin Keller aufhorchen, das zu diesem Suchbegriff etwas zum Verkauf anbot: Ein Autograf mit der eigenhändigen Unterschrift des Herzogs. Weil der Kaufpreis "relativ moderat" war, schlug die Klein Rosenburgerin zu. Wenig später stand der Postbote mit einem unscheinbaren Päckchen vor der Tür.

Das herzogliche Büttenpapier soll fortan Bestandteil der ständigen Ausstellung sein und bald würdevoll präsentiert werden.

Worum es in ihm geht, erhellt das knappe Papier nicht. Dank der "Übersetzung" von Gertrud Erdmann wissen wir, dass Heinrich von einer "Timation bisherigen hochschätzbaren Wohlwollens" spricht und "angenehme freund-väterliche Dienste" zu würdigen weiß. Mehr verrät das Bütten nicht. Eben weil es ein Autograf ist. Um das zu erklären, sei weiter ausgeholt:

Das vom Altgriechischen abgeleitete Wort meint die eigenhändige Niederschrift einer berühmten Persönlichkeit. Als öffentliches und privates Sammelobjekt werden Autographen dann besonders geschätzt, wenn sie eine Unterschrift tragen.

Ein frühes Autogramm, sozusagen.

Seit dem 16. Jahrhundert sammelt der Mensch Autografen berühmter Persönlichkeiten, wobei er sich auch nicht scheute, Unterschriften oder andere eigenhändige Schriftzüge aus ihrem ursprünglichen Verwendungszusammenhang zu entfernen, indem er sie etwa aus den Schriftstücken ausschnitt oder wertvolle Stammbuch-Blätter herauslöste. So ist es auch bei dem Rosenburger Neuerwerb.

Seit 1966 werden Autografen übrigens an eine zentrale Kartei gemeldet.

Das Interesse des Burg- und Heimatvereins an diesem "Barbyer Herzog" hat zwei Gründe: Einerseits schaute man schon vor der Einheitsgemeinde-Gründung über den Tellerrand und andererseits wirkte Herzog Heinrich in der alten Grafschaft Barby, die nach dem Tod des letzten Grafen August Ludwig 1659 aufgeteilt wurde. Das Amt Barby ging an das kursächsische Weißenfels, Rosenburg in magdeburgische und später in preußische Hoheit.