Schönebeck. Haben Sie sich heute Morgen Ihre Zahnbürste ins Auge gerammt? Volle Kanne den Kaffee über den Schoß gekippt? Oder sind Sie den letzten halben Meter Arbeitsweg auf einer Bananenschale gerutscht? Nicht? Dann scheint am Mythos um Freitag, den 13., gar nicht so viel dran zu sein. Falls Sie sich heute trotzdem schon panisch nach schwarzen Katzen umgeschaut haben, hier ein beruhigender Fakt: Vor Schönebeck hat die Massen-Pechsträhne am vermeintlichen Unglücks-Tag bisher Halt gemacht.

Die Polizei zum Beispiel weiß nichts von Unfall-Ballungen oder Einbruchs-Serien. Lutz Jander, Erster Kriminalhauptkommissar im Revierkommissariat Schönebeck, versichert: "Am Freitag, dem 13., passiert auch nicht mehr als an einem Montag, dem 14." Auch die Antwort aus dem Klinikum Schönebeck lässt aufatmen: "Es ist ein Tag wie jeder andere", sagt Sprecherin Cornelia Heller gelassen. "Er treibt den Kollegen eher Schmunzeln als Sorgenfalten ins Gesicht." Also nichts mit Kaffee-Brandverletzungen oder Zahnbürstenabdrücken am Auge.

Aber wieso haben wir trotzdem Angst? Und warum ist die bei einigen so ausgeprägt, dass es dafür sogar einen Fachbegriff gibt - Paraskavedekatriaphobie? Michael Hoffmann, Schönebecker Psychotherapeut, vermutet Folgendes: "Es fällt den Menschen schwer, ihr Glück anzunehmen. Und wenn dann noch Freitag, der 13. ansteht, befürchten sie erst recht etwas Schlechtes." Sein Tipp: "Einfach das Fenster aufmachen und das Glück hereinlassen!"

Die Lotto-Toto GmbH sieht im gefürchteten Freitag sogar einen Glückstag. Katharina Sauter von Lotto-Toto Sachsen-Anhalt hat prompt ein Beispiel parat: "Ein Mann aus Bayern hat seinen Lottoschein am Freitag, dem 13., gespielt und am folgenden Sonnabend einen Volltreffer erzielt. Er gewann 5,88 Millionen Euro." Wer dem Glückspilz heute nacheifern will, sollte aber eines beachten: am besten nicht die 13 tippen. Das ist nämlich die am seltensten gezogene Zahl.