Nach dem Beitrag vom Dienstag über die nicht eingezeichnete Barbyer Elbbrücke in eine Tourismuskarte meldeten sich gestern mehrere Leser, die zum Thema eine Ergänzung haben: Der Zustand der Brückenauf- und -abgänge. Besonders auf der ostelbischen Flussseite erfüllt sich eine Vorhersage von 2005.

Barby. So stand es im November 2005 in der Volksstimme: "An der Elbbrücke werden auf der Zerbster Seite Stufen gesetzt, die Fußgängern und Radwanderern dienen sollen. Was gut gemeint ist, birgt jedoch zwei gravierende Mängel in sich. Passionierte Radfahrer verweisen darauf, dass ein mit viel Gepäck beladenes Fahrrad schwerlich über Stufen bergauf geschoben werden kann. ¿Wenn schon eine Treppe, dann gehört daneben eine Schräge. Das haben Leute konzipiert, die noch nie mit einem schwer beladenen Fahrrad unterwegs waren, sagte ein Radwanderer.

Weiterhin ist auch die bauliche Ausführung mangelhaft. Die Stufen wurden ohne Borde in die Erde gesetzt. Nach ein, zwei Wintern wird der Frost die Steine so weit auseinander getrieben haben, dass aus der Treppe eine Stolperpiste wird."

Aufgang wurde mehrfach geflickt

Zwei Jahre später erfüllte sich diese Voraussage. Die von ABM-Kräften offenbar hingepfuschte Treppe war zur Gefahrenquelle geworden. Die Stadt Barby nahm deswegen Kontakt mit dem Landkreis Anhalt-Bitterfeld in Zerbst auf. Dort versicherte man Abhilfe zu schaffen. Dann geschah monatelang nichts, bis endlich "Handwerker" anrückten und erneut flickten. Das Orakel vom November 2005 hätte man danach erneut eins zu eins in der Volksstimme veröffentlichen können. Zwar wurden teilweise Borde gesetzt, aber mangelhaft befestigt.

Jetzt ist es wieder soweit. Die Steine bilden Stolperstellen, weil sie sich infolge unsachgemäßer Verlegung nach außen drücken. Besonders Radtouristen, die hier mit schwerem Gepäck hoch oder runter müssen, sind gefährdet.

Die Stadtverwaltung Barby wird sich erneut an "Zerbst" wenden, mit der Bitte um Reparatur. Wenn abermals fachunkundiges Personal kommt, ließe sich die Geschichte in den kommenden Jahren vermutlich unendlich fortschreiben.

Schikanen machen Namen alle Ehre

Ein anderes Problem sind die "Schikanen", die am Anfang und Ende der Elbbrücke Mopedfahrer abhalten sollen und ihren Namen alle Ehre machen. Die Konstruktion geht dieses Mal auf das Konto der Stadtverwaltung Barby. Diese edle Absperrung aus Stahl hat einen Nachteil: Was "normalen" Radfahrern gelingt, ist für Radwanderer mit viel Gepäck am Heck eine Tortur. Die Taschen müssen an den Bügeln vorbei gequält werden, weil die relativ eng stehen. Viele Strampler müssen ihr Sack und Pack abladen, sich durch die Barriere zwängen und dann wieder aufladen. Nicht gerade eine Einladung, den Elberadweg zu verlassen, um Barby einen Besuch abzustatten.

Dieser Zustand wurde bereits bei Stadtratssitzungen mehrfach angesprochen. Die Verwaltung argumentiert jedoch, dass die Absperrungen gegen Motorzweiräder bei anderem Abstandsmaß wirkungslos wären.

Bilder