Schönebeck (fm). Akkurat gezogene Kreise aus Steinen und Eichenholzstämmen sowie jede Menge Feuersteinabschläge sind bislang das Ergebnis von archäologischen Ausgrabungen zwischen Schönebeck und Zackmünde. Auf einem Feld wird eine vor knapp neun Jahren entdeckte so genannte Kreisgrabenanlage vom Erdreich befreit. Etwa die Hälfte der historisch überaus bedeutenden Fläche ist bis zu einer Tiefe von 40 Zentimeter freigelegt worden.

"Mich beeindrucken die sehr konzentrischen Ringe", gibt Ausgrabungsleiter André Spatzier gegenüber der Volksstimme einen ersten Eindruck von den zu Tage geförderten Ergebnissen wieder. Er steht in Diensten des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Halle und spricht ausdrücklich von einer "Holz-Erde-Architektur", die die Ururahnen vor etwa 4000 Jahren beim Bau ihrer Anlage angewendet haben. Sie ist für kultische und religiöse Zwecke verwendet worden.

Die einst aus Steinen und Gehölzen konstruierten Ringe sind als optisch erkennbare Ablagerungen im Erdreich teilweise sehr gut erhalten, teilweise aber auch verwischt. Aufgrund der Untersuchung vorgefundener Holzreste konnten Wissenschaftler herausfinden, dass fast ausschließlich Eichenholz Verwendung fand. Die an der großflächigen Ausgrabung beteiligten Mitarbeiter sind vom Jobcenter des Salzlandkreises vermittelt worden, wie Helen Weigel vom Eigenbetrieb des Kreises bestätigt. Für 20 Personen ist eine entsprechende Maßnahme bis 31. November bewilligt worden. Jobcenter und Landesamt wählten einige Frauen und Männer aus, die bereits vor fünf Jahren an der Freilegung einer weiter östlich gelegenen Kreis- grabenanlage beteiligt waren.