Die Hochzeit - ein unvergesslicher Tag im Leben eines Paares. Viele Termine haben die Standesbeamten im Salzlandkreis für die nächsten Wochen schon in ihren Terminkalendern stehen. Doch immer mehr Paare entscheiden sich dafür, nicht in einem Standesamt zu heiraten. Sie wählen Schlösser, Burgen oder auch Schiffe aus. Die Volksstimme präsentiert in einer Reihe besondere Trauungslokalitäten des Salzlandkreises. Heute: Das Rathaus in Aschersleben.

Aschersleben. Normalerweise gibt es in den Gemeinden des Salzlandkreises immer mehrere Orte, an denen sich ein Brautpaar trauen lassen kann. Die Gemeinde Aschersleben verfügt nur über einen Trauungsort - ein Ort, der dafür durch seine Ausgefallenheit und Einzigartigkeit besticht: In einem Amphitheater, im 70er Jahre-Retro-Stil gestaltet, schwören sich hier die Brautpaare die ewige Treue.

"Das Schönste an diesem Raum ist, dass die Gäste das Brautpaar während der Zeremonie von der Seite aus sehen. Bei uns gibt es keine schlechten Plätze", sagt Kathleen Brantin, Standesbeamtin der Stadt Aschersleben. In dieser originellen und gleichzeitig festlichen Atmosphäre werden die Eheschließungen seit dem Jahr 1996 durchgeführt. Etwa 30 Gästen können der Trauung beiwohnen. "Aber wir haben auch schon 60 Personen in diesem Raum gehabt", sagt die Standesbeamtin mit einem Augenzwinkern. Das Brautpaar nimmt bei der Eheschließung auf einer gemütlichen Couch Platz, direkt daneben befinden sich zwei Stühle für die Trauzeugen, die, genauso wie die Plätze für die Gäste, als kleine Sessel gestaltet sind. Eine bequeme Wohlfühlstimmung wird dadurch geschaffen.

Die besondere Atmosphäre des Amphitheaters ist in Aschersleben bekannt - es gibt nur die eine Trauungslokalität. An einer zweiten Option arbeitet die Stadtverwaltung gerade. Besonders schätzen die Brautpaare jedoch an der Rathaustrauung, dass direkt im Anschluss an die Eheschließung ein Sektempfang stattfinden und im sich im Rathaus befindenden Ratskeller auch gefeiert werden kann.

Die Standesbeamten investieren viel Liebe in die Zeremonie und in die Räumlichkeiten, das fällt auf den ersten Blick auf: Sowohl im Amphitheater als auch im Vorraum stehen brennende Kerzen, die Räumlichkeiten wirken einladend und werden von einem angenehm warmen Licht ausgefüllt - außer ein Mal dieses Jahr im März. "Da wurde es während der Trauung plötzlich dunkel, es brannten nur noch die Kerzen. Denn in der gesamten Stadt war der Strom ausgefallen", erinnert sich Kathleen Brantin noch sehr gut an die Situation. In einem Raum ohne natürlichem Licht musste sie improvisieren. "Das Brautpaar und die Gäste haben das ganz locker genommen und super mitgemacht", erzählt die Standesbeamtin.

"Da wurde es während der Trauung plötzlich dunkel, es brannten nur noch die Kerzen"

Kathleen Brantin ist wichtig, dass keine "Massenabfertigung" der Brautpaare stattfindet. "Wir achten auf Qualität und wollen jeder Eheschließung eine gewisse Individualität verleihen", sagt sie. Deshalb treffen sich die Brautpaare auch nicht: Sie kommen am Hintereingang an und gehen nach der Zeremonie über eine Treppe, den historischen Wendelstein, aus dem Rathaus auf den Marktplatz.

Fazit: Das Amphitheater ist exklusiv und gemütlich - eine tolle Kombination. Ein besonderes Plus ist zudem die Raumgestaltung: Alle können die Zeremonie bestens verfolgen. Wer es etwas ausgefallen mag, ist hier für die standesamtliche Trauung absolut richtig.

Bilder